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09/04/2019

Wiener Linien kaufen erstmals Wasserstoffbusse

Im Öffinetz in Wien sollen künftig auch mehr Elektrobusse unterwegs sein. Diesel bleibt aber fixer Bestandteil der Flotte.

Alle acht Jahre wird die Busflotte in Wien getauscht. Für die neue Ausschreibung, die 2021 ansteht, wagen die Wiener Linien erstmals einen Schritt in Richtung Wasserstoff. Zehn Normalbusse sollen gekauft werden, die ab 2023 oder 2024 eine komplette Linie (39A) bedienen sollen. Erste Testfahrten sind bereits im Mai 2020 geplant, eine entsprechende Tankstelle muss erst in der Garage Leopoldau errichtet werden.

Hohe Investitionen in Elektro-Busse

Darüber hinaus sind 62 neue Elektrobusse vorgesehen. Dabei soll es sich um Fahrzeuge in Normalgröße (12 Meter) handeln und nicht über die derzeit schon eingesetzten kleinen City-E-Busse. Die Inbetriebnahme ist zwischen 2022 und 2027 vorgesehen, sieben Linien, darunter der 57A und der 61A sollen künftig elektrisch befahren werden.Um die Gefährte über Nacht laden zu können, wird eine eigene E-Busgarage in Siebenhirten errichtet. Das Auftragsvolumen beträgt 170 Millionen Euro.

Reichweite und Kapazität sind der größte Hemmschuh beim Umstieg auf Elektrobusse. Denn während Wasserstoffbusse den Vorteil besitzen, existierende Dieselgefährte sowohl von der Reichweite als auch der Fahrgastkapazität 1:1 zu ersetzen, müssen E-Busse alle 80 bis 120 Kilometer geladen werden. Je nach Linienführung muss ein Bus aber bis zu 400 Kilometer pro Tag zurücklegen. Außerdem passen in einen Strom-Normalbus um knapp ein Drittel weniger Fahrgäste. Das hat mit dem Gewicht der Batterien zu tun.

Bei nicht so eng getakteten Routen an der Peripherie, wie eben rund um Siebenhirten, sei das kein Problem. Im zentrumsnahen Bereich allerdings ließen sich die dichten Intervalle mit einer reinen E-Flotte nicht mehr einhalten.„Wir haben uns das durchgerechnet. Bei einer 100-Prozent-Umstellung bräuchten wir um 273 Busse mehr“, sagte Peter Wiesinger, Abteilungsleiter im Bereich Kraftfahrzeuge, vor Journalisten.

Dazu kommt, dass ein E-Bus mit rund 600.000 Euro etwa das Dreifache eines Diesel-Pendants kostet. Eine flächendeckende und damit teure Ladeinfrastruktur müsste ebenfalls errichtet werden. Dieser Umstand dürfte beim Thema Wasserstoff - abgesehen von der noch fehlenden Serienreife - aber ein noch größere Rolle spielen.

Diesel bleibt wichtigste Antriebsart

Daher bleiben Dieselbusse mit der derzeit schadstoffärmsten Euro-6-Klassifizierung der wichtigste Teil der Flotte. Hier wollen die Wiener Linien ab 2022 bis zu 325 Normal- und Gelenkbusse von 12 bzw. 18 Metern Länge ordern. Dazu kommen noch 62 XL-Busse (20 Meter). Die Ausschreibung in zwei Tranchen und mit einem Volumen von 145 Mio. Euro soll noch heuer über die Bühne gehen.

Bis 2027 ist damit jene Flotte, die immer noch Fossilenergie tanken muss, komplett erneuert. Sie soll nach Möglichkeit aber bald mit synthetischem Diesel betrieben werden, so Steinbauer. Ein eigenes Versuchsprojekt mit der Wien Energie sei dazu vorgesehen.