Ultra-schwarzer Drachenfisch

© Karen Osborn, Smithsonian National Museum of Natural History

Science
07/17/2020

16 ultra-schwarze Tiefseefische entdeckt

Ihre Haut absorbiert 99,5 Prozent des Lichtes. In den Tiefen des Ozeans ist das die perfekte Tarnung.

Forscher der Duke University haben ultra-schwarze Tiefseefische entdeckt. Die Lebewesen haben in den dunklen Tiefen des Ozeans spezielle Hautmerkmale entwickelt, die es ihnen ermöglichen, sich vor Angreifern zu verstecken, die mithilfe von Biolumineszenz jagen. Die Studie wurde im Current Biology Journal veröffentlicht.

Das Forscherteam rund um Alexander Davis hat 16 Spezies dieser Tiefseefische identifiziert. Ihre Haut hat die Fähigkeit, mehr als 99,5 Prozent des Lichtes aufzusaugen, weshalb die Wissenschaftler diese "Farbe" als ultra-schwarz bezeichnen. Für die finsteren Tiefen im Ozean ist das die perfekte Tarnung. 

Lichtreflexion gemessen

Ab 200 Meter unter der Meeresoberfläche kommt kaum noch Sonnenlicht durch, schreiben die Forscher. Mithilfe eines Spektrometers haben sie die Lichtreflexion auf der Haut der Fische gemessen, die aus der Monterey Bay und dem Golf von Mexiko gefischt wurden. „Die dunkelste Spezies die gefunden wurde, ein Anglerfisch der nicht größer als 6 Zentimeter ist, nimmt so viel Licht auf, dass nur 0,04 Prozent zurückprallen und damit sichtbar sind“, sagt die Duke University in einer Presseaussendung

Die Forscher haben zudem herausgefunden, dass es Unterschiede zwischen schwarzen und ultra-schwarzen Fischen gibt. Sie haben dabei die Melanosomen untersucht. Das sind Strukturen in den Pigmentzellen, die das Pigment Melanin bilden, speichern und transportieren.

Während schwarze Fische winzige, perlenförmige Melanosomen haben, sind jene der ultra-schwarzen Frische größer und dichter. Und sie haben die Form von Tic-Tacs. Laut den Forschern hätten sie die optimale Geometrie, um Licht zu schlucken. 

Ultra-schwarze Materialien

Für die Forschung kommen derartige Funde für die Entwicklung neuer ultra-schwarzer Materialien zugute. Unter anderem hat das MIT im vergangenen Jahr das bisher „schwarzeste Schwarz“ angekündig. Das zuvor schwärzeste Schwarz, "Vantablack", wurde etwa für Raumfahrtanwendungen entwickelt, aber auch in der Kunst und Architektur angewandt. Es absorbeirt 99,96 Prozent des Licht.

Laut Co-Autorin Karen Osborn könnte man durch das Nachahmen der Beschaffenheit der Melanosomen kostengünstigere, flexiblere und beständigere ultra-schwarze Materialien entwickeln, etwa für die Optiktechnologie wie Teleskope oder Kameras.

Schwer abzulichten

Das Fotografieren der neuentdeckten Fische war laut den Forschern eine Herausforderung, zumal sie das gesamte Licht absorbiert haben. Von den 16 Funden konnten ein ultra-schwarzer Drachenfisch und ein Fangzahnfisch dann doch abgelichtet werden.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.