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Forschung AIT will schneller zum Torschuss kommen.

Das AIT will seine Laborinfrastruktur ausbauen. Schon im vergangenen Jahr investierte man in die Batterieforschung.
Das AIT will seine Laborinfrastruktur ausbauen. Schon im vergangenen Jahr investierte man in die Batterieforschung. - Foto: AIT
Das Austrian Institute of Technology (AIT) gibt sich eine neue Struktur und will sich stärker um die Vermarktung von Forschungsergebnissen kümmern.

"Doing more Business" unter dieses Motto stellt Anton Plimon, Co-Geschäftsführer des AIT,  den nächsten Strategiezyklus von Österreichs größter außeruniversitärer Forschungseinrichtung. "Wissenschaftlich habe man in den vergangenen acht Jahren eine Flughöhe erreicht, auch wirtschaftlich sei man erfolgreich, sagte Plimon beim Jahresauftaktgespräch des AITs am Dienstag in Wien. Es gebe aber Möglichkeiten, die Marktperformance zu verbessern.

Konzentrieren will sich das AIT, das zu 50,4 Prozent dem Verkehrs- und Technologieministerium und zu 49,6 Prozent Industrieunternehmen gehört, auf Infrastrukturthemen der Zukunft. Im Zentrum stehen dabei im Auftrag der Eigentümer "Dekarbonisierung und Digitalisierung".

Man wolle künftig den Übergang von der Wissenschaft zur Vermarktung fließender gestalten, erläuterte Co-Geschäftsführer Wolfgang Knoll. "Die Frage, wann es zum Torschuss kommt, muss stärker gestellt werden." Bis 2021 will das AIT, das rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt, ein jährliches Umsatzplus von acht Millionen Euro erreichen. 2015 belief sich der Umsatz auf knapp 140 Millionen Euro.

Neue Struktur

Zur Steigerung des Markterfolges soll auch eine neue Struktur beitragen. Seit Jahresbeginn gliedert sich das AIT nicht mehr in fünf Fachbereiche (Departments), sondern in acht Kompetenzzentren (Centers). So wurde etwa der Bereich Mobilität in Mobilitätssysteme und Emissionsarmer Verkehr (Low-Emission Transport) aufgespalten. Im Center für Vision, Automation & Control wird die Bildverarbeitungskompetenz, Robotik und Automatisierung gebündelt. Konsequenter positionieren will sich das AIT in dem dazu gehörenden Bereich komplexer cyberphysikalischer Systeme.

Weitere Zentren befassen sich mit Gesundheit und Biowissenschaft, wo etwa die molekulare Diagnostik angesiedelt ist, Innovationssystemen, Sicherheitsforschung, Technology Experience (beispielsweise Nutzer-Interfaces) und Energie.

Abschied aus Umwelttechnologie

Weitgehend verabschieden will sich das AIT aus dem Bereich Umwelttechnologie. "Ein schwieriger Bereich", wie Plimon sagt, weil der Markt am öffentlichen Budget hänge und die Marktentwicklung durch Sparbudgets gebremst werde. Teile des Bereiches sollen in das Energie-Center übersiedeln, andere gänzlich aufgegeben werden.

Thema der AIT-Forschungen wird auch die Blockchain sein. Die von der Kryptowährung Bitcoin bekannte Technologie werde den Energiemarkt radikal verändern, prognostiziert Knoll: "Wir haben schon jetzt eine enorme Analysekompetenz."

Labore werden ausgebaut

Ausgebaut werden soll in den kommenden Jahren die Laborinfrastruktur. Bereits im vergangenen Jahr hat man etwa in die Batterieforschung und bei Hochtemperaturanwendungen in der Industrie investiert. Es gebe aber noch einiges, was man auf Laborebene machen könne, sagte Knoll.

Damit im Zusammenhang steht auch die für das Frühjahr 2018 geplante Übersiedlung der AIT-Zentrale vom Techgate auf der Donauplatte in die Giefinggasse nach Floridsdorf. Dort finden sich schon heute große Labors, etwa in den Bereichen Energie und Mobilität. Der Standort wird nun ausgebaut. "Wir brauchen die Fläche", sagt Plimon. Für die AIT-Töchter in Seibersdorf und die Niederlassungen in den Bundesländern wird sich nichts ändern. "Wir haben nicht vor, uns aus den Bundesländern zurückzuziehen."

Türöffner

Die Ausgründung von Start-ups und Spin-offs soll in den kommenden Jahren intensiviert werden. Dabei sollen im AIT entwickelte Technologien in Bereichen zum Einsatz kommen, die nicht zu den Kerninteressen des Unternehmens gehören. Als Beispiel nannte Knoll den Einsatz der vom AIT entwickelten Bildverarbeitungstechnologien in der Zahntechnik.

Im internationalen Vergleich sieht sich das AIT gut aufgestellt. Schon heute fungiere man für heimische Unternehmen als Türöffner in Europa, so die AIT-Geschäftsführer: Diese Rolle wolle man künftig verstärken.

(futurezone) Erstellt am 10.01.2017, 15:19

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