Science
29.11.2018

Balkon-Windkraftanlage und Sprachassistent aus Graz gewinnen Dyson Award​​​​​​​

Mit dem James Dyson Award werden Innovationen und vielversprechende Lösungsansätze von Studenten und jungen Absolventen ausgezeichnet.

Zwei junge Erfinder aus Chile und Kenia haben eine Mini-Windkraftanlage erfunden, mit der Apartmentbewohner in windigen Städten nachhaltig Strom erzeugen können. Für ihre Erfindung namens O-Wind haben Nicolas Orellana und Yaseen Noorani den diesjährigen James Dyson Award auf internationaler Ebene gewonnen. Der internationale Award ist mit 33.500 Euro dotiert.

Die O-Wind Turbine ist eine Kugel mit 25 Zentimeter Durchmesser und geometrischen Öffnungen. Sie sitzt auf einer festen Achse und dreht sich, wenn der Wind aus einer beliebigen Richtung auf sie trifft.

Nachhaltige Energieerzeugung am Balkon

Wenn die Windenergie die Turbine dreht, treiben Getriebe einen Generator an, der die Kraft des Windes in Elektrizität umwandelt. Diese kann entweder direkt als Stromquelle genutzt oder in das Stromnetz eingespeist werden. Laut den beiden Erfindern kann die O-Wind-Turbine an großen Bauwerken, beispielsweise auf der Seite eines Gebäudes oder an einem Balkon installiert werden.

"Die O-Wind Turbine rückt die enorme Herausforderung, erneuerbare Energien zu erzeugen, in greifbare Nähe, denn durch ihre Geometrie können wir die Energie, die bereits an Orten vorhanden ist, an denen wir bisher kaum gesucht haben, nutzen – und zwar in Städten. Es ist ein geniales Konzept", so Firmengründer Sir James Dyson.

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Sprachassistent für Menschen mit Sehbehinderung aus Graz

Auf nationaler Ebene hat die Österreicherin Clara Fessler mit REY, einem speziellen Sprachassistenten für Menschen mit Sehbehinderung gewonnen. Sie ist Absolventin des Masterstudiengangs Industrial Design an der FH Joanneum, University of Applied Sciences, in Graz. Die nationalen Gewinner erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 2200 Euro.

REY wird wie ein Headset am Kopf getragen und kann somit freihändig bedient werden, was beim zusätzlichen Benutzen eines Blindenstocks oder Führen Blindenhundes eine wichtige Anforderung darstellt. Personen mit Sehbehinderung ermöglicht REY durch taktile Navigation, Beschreibung und Lokalisierung von Objekten mit 3D-Sound ein selbständigeres Leben.

Zahlreiche Sensoren und Komponenten 

Herzstück von REY ist ein Tiefensensor und eine Front-Kamera, welche visuelle Eindrücke aus Sicht des Benutzers erfasst und sie in hörbare Eindrücke übersetzt. Menschen mit visuellen Einschränkungen werden durch REY befähigt Texte zu lesen und Farben zu erkennen, Personen, Gesichtsausdrücke sowie Hindernisse wahrzunehmen.

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Nutzer können in der Unterhaltung mit REY spezifische Dinge erfragen und bekommen durch die Beschreibungen ein besseres Verständnis ihrer Umgebung. Die zwei integrierten Knochenleitungs-Lautsprecher lassen den Benutzer REYs Stimme hören, ohne dass dabei Umgebungsgeräusche, die für Personen mit Sehbehinderung äußerst wichtig sind, überdeckt werden.

Objekte erkennen 

Die Lautsprecher können zudem 3D-Sound, also räumlich lokalisierbare Töne, ausgeben, die in Verbindung mit zwei Vibrationsmotoren die Navigationsanweisungen intuitiver und verständlicher machen. Objekte die für Menschen mit Seheinschränkungen schwer wahrnehmbar sind, beispielsweise Hindernisse über Hüfthöhe, können mit REY auditiv erfahrbar gemacht werden.

"REY ist ein tragbarer Sprachassistent, welcher den Nutzer bei verschiedensten Aufgaben unterstützt und somit sehr individuelle Probleme lösen kann. Wir sind überzeugt, mit REY einen würdigen Gewinner des James Dyson Awards 2018 gefunden zu haben", so Jurymitglied Eberhard Schrempf, Geschäftsführer der Creative Industries Styria.


 

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Dyson entstanden.