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Beweise für Dinosaurier-Sterben: Asteroiden-Staub entdeckt

Warum sind Dinosaurier und Ammoniten vor 66 Millionen Jahren eigentlich ausgestorben? Dieser Frage gehen Forscher schon seit vielen Jahrzehnten nach. Mehr als zwei Drittel der damals lebenden Arten waren plötzlich ausradiert, Säugetiere überlebten.

Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums und der Universität Wien haben nun gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam etwas entdeckt, das dieses plötzliche Massensterben erklären könnte: Ein Asteroideneinschlag. Die Forschungsarbeit wurde am Mittwochabend im ScienceMag veröffentlicht.

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Letztes Beweisstück

Vor 40 Jahren fand man in den Gesteinen der Kreide-Paläogen-Grenze bereits meteoritische Spuren, doch nun dürfte das Puzzlebild endlich perfekt sein: Das internationale Forscherteam fand jetzt Meteoriten-Staub in den Bohrproben des Chicxulub-Impaktkraters in Mexiko. Dies gilt als das letzte Beweisstück, welches das globale Massenaussterben mit einem Asteroideneinschlag in Verbindung bringt. Die Forschungsarbeit fand gemeinsam mit der Vrije Universiteit Brussel aus Belgien statt.

Das Team bohrte im Zentrum des Kraters in Mexiko und untersuchte die Bohrproben auf Asteroidenstaub. Dabei wurden zirka 835 Meter Gestein an die Oberfläche gebracht. Führend dabei war Ludovic Ferriere, Kurator der Meteoriten- und Impaktitsammlung am Wiener Naturhistorischen Museum. Christian Köberl, Professor für Impaktforschung und Planetare Geologie an der Universität Wien, hat als „Principal Investigator“ mitgewirkt.

Aufwendige Bohrungen

Der Bohrkern wurde geochemisch analysiert und dabei hat man die höchste Konzentration von Iridium in einem Intervall in Sedimenten gefunden. Dieses Element ist sehr schwer zu messen. "Der Fund der Iridium-Anomalie am "Tatort", dem Chicxulub-Einschlagskrater, mag für die meisten Österreicherinnen und Österreicher anekdotisch und zeitlich weit weg erscheinen, doch die dünne Tonschicht, die dieses globale Massenaussterben markiert, kommt auch in Österreich vor, nämlich in der Region Gams in der Steiermark. Damals wurde das aus dem Krater geschleuderte, geschmolzene und kondensierte Material im heutigen Österreich abgelagert", erklärt Ferrière.

Mit diesen Messungen konnte belegt werden, dass es im Krater zur entsprechenden Zeit meteoritischen Staub gegeben hat. „Dieser meteoritische Staub hat sich nach dem Einschlag viele Jahre in der Atmosphäre gehalten, und ist erst einige Jahrzehnte nach dem Einschlagsereignis wieder in den Krater zurückgefallen“, sagt Christian Körberl von der Uni Wien.

Durch die wichtige Entdeckung wird nun auch die Forschung zum Kreide-Massenaussterben neu belebt. Erste Hinweise auf eine Erklärung dieser Art wurden bereits Ende der 1970er-Jahre entdeckt.

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