COVID-19 vaccinations administered at Camp Fretterd Military Reservation in Reisterstown, Maryland

© EPA / MICHAEL REYNOLDS

Science

Impfstoff der US-Armee schützt vor Omikron und künftigen Mutationen

Ein Vakzin, das gegen Omikron und alle anderen in Zukunft auftretenden Coronavirus-Mutationen schützt, wollen Forscher*innen der US-Armee in wenigen Wochen fertig entwickelt haben. Es wäre der erste COVID-Impfstoff der einen variantenübergreifenden Schutz bietet.

Seit fast 2 Jahren wird an einem solchen, so genannten variantenspezifischen Impfstoffen am Walter Reed Army Institute of Research, einem Forschungsinstitut der US-Armee, geforscht. Das berichtet die Nachrichtenplattform Defense One, die den Leiter des Forschungseinrichtung zu Wort kommen lässt.

"Building 40" des Walter Reed Army Medical Center 

Phase 1 bereits abgeschlossen

Bereits Anfang 2020 hatte das Walter Reed Army Institute eine DNA-Sequenzierung des COVID-19-Virus erhalten. Seither versuchen die dortigen Wissenschaftler*innen einen Impfstoff zu entwickeln, der sich nicht nur gegen einzelne Stämme richtet, sondern gegen sämtlich potenziell auftretenden Varianten.

Im Frühjahr wurden bereits erste Versuche an Tieren unternommen, die vielversprechende Ergebnisse zeigten. Die Phase 1 der Humanstudien startete wenig später. Im April wurde der Impfstoff - Spike Ferritin Nanoparticle (SpFN) - erstmals an Menschen ausprobiert.

Die Ergebnisse der Phase 1 seien positiv, wie Kayvon Modjarrad, Leiter des Walter Reed Army Institute gegenüber Defense One bestätigt. Das Vakzin schütze auch gegen Omikron, so Modjarrad.

COVID-19 vaccinations administered at Camp Fretterd Military Reservation in Reisterstown, Maryland

Phase 2 und 3 noch ausständig

Im Gegensatz zu anderen Impfstoffen setzt SpFN auf ein ballförmiges Protein mit 24 verschiedenen Feldern auf. Dort lassen sich die Spitzen unterschiedlicher Coronavirus-Stämme anbringen. Dadurch könnte das Vakzin das menschliche Immunsystem gegen mehrere Varianten gleichzeitig schützen.

Nun müsse der Armee-Impfstoff noch Phase 2 und Phase 3 durchlaufen, wo das Vakzin an einer größeren Anzahl von Personen getestet wird. Außerdem wollen die Wissenschaftler*innen herausfinden, wie gut SpFN bei Menschen funktioniert, die bereits mit anderen Impfstoffen geimpft wurden oder die schon eine Corona-Infektion hinter sich haben.

US-Epidemiologe: Impfstoff sei vielversprechend

Der bekannte US-Virologe Eric Feigl-Ding zeigt sich hoffnungsvoll gegenüber dem neuen SpFN-Vakzin. Es werde allerdings noch mehrere Monate dauern, bis man zu dessen Wirksamkeit nachhaltige Aussagen treffen kann. Eine mögliche Zulassung des Impfstoffes könnte ebenso erst in einigen Monaten anstehen.

Feigl-Ding spricht noch einen weiteren wesentlichen Vorteil des SpFN-Impfstoffs an. Da das Vakzin von der US-Armee und somit mit US-Steuergeld finanziert wurde, wäre der Impfstoff lizenzfrei und könnte praktisch kostenfrei von Pharmafirmen genutzt werden.

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