A protester tries to escape through a sewage tunnel inside the Hong Kong Polytechnic University campus, in Hong Kong

© REUTERS / ADNAN ABIDI

Science
04/22/2020

Corona in österreichischem Abwasser nachgewiesen

Abwasserepidemiologische Untersuchungen sollen Einblick in die Verbreitung von COVID-19 geben.

Wie viele Menschen tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind, ist auch wegen vielen asymptotischen Verläufen von COVID-19 trotz Studien und Stichprobentests unklar. Eine Möglichkeit der Dunkelziffer auf die Spur zu kommen und einen Überblick über die tatsächliche Verbreitung des Virus zu bekommen, sind Untersuchungen des Abwassers.  Weil viele Infizierte, auch solche mit milden oder keinen Symptomen, das Virus über den Stuhl ausscheiden und die Fäkalien in Kläranlagen zusammenlaufen, lassen sich damit Rückschlüsse auf die Verbreitung ziehen.

Zahlreiche Forscher weltweit befassen sich bereits damit, darunter auch österreichische Wissenschaftler. Forschungsgruppen von der TU Wien und der Universität Innsbruck ist es nun gelungen, das Erbmaterial von SARS-CoV-2 im Zulauf von Kläranlagen im Großraum Wien und in Tirol nachzuweisen, wie die die TU Wien am Mittwoch bekanntgab.

Selbst geringe Spuren werden entdeckt

Nachgewiesen wurde dabei nicht das aktive Virus, sondern dessen virale RNA, heißt es in der Mitteilung der TU Wien. Die von den Forschern angewandte PCR-Methode reagiere auch auf Virenbruchstücke, die nicht infektiös sind und könne selbst geringe Spuren des Virenerbguts erkennen. Die Menge solcher viraler RNA im Abwasser liege weit unter jener infektiöser Tröpfchen, betonen die Forscher. Abwasser gelte daher nicht als Infektionsquelle.

Die beiden Forscherteams, die sich Anfang April zum Coron-A-Konsortium zusammengeschlossen haben, wollen nun österreichweit Abwasserproben sammeln und analysieren. Durch ein solches abwasserepidemiologisches Monitoring könnte auch ein regionales Wiederaufflammen der Epidemie erkannt werden, heißt es in der Mitteilung der TU Wien.

Frühwarn- und Monitoringsystem

Ein solches Monitoring könnte infolge auch Gesundheitsbehörden unterstützen, die über Zeitpunkt und Schwere von Gegenmaßnahmen entscheiden müssten, teilte die TU Wien weiter mit. Sie könnten die Wirksamkeit der gesetzten Interventionen auch mithilfe solcher Analysen abschätzen.

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