Science
04/12/2019

Diese 18 Projekte könnten die Raumfahrt revolutionieren

Die NASA lässt in ihrem Programm NIAC die Machbarkeit besonders futuristischer Raumfahrtkonzepte erforschen.

Die NASA hat eine Reihe von futuristischen Raumfahrtideen vorgestellt, die im Rahmen des Programms Innovative Advanced Concepts (NIAC) von Unternehmen und Forschungsinstitutionen in den USA entwickelt worden sind. Insgesamt 18 Projekte wurden von der NASA finanziell unterstützt, um die Machbarkeit besonders ungewöhnlicher Konzepte zu prüfen.

Laut der Weltraumagentur haben alle der Projekte das Potenzial, bemannte und unbemannte Raumfahrtmissionen zu Mond und Mars, aber auch in größere Tiefen des Alls zu revolutionieren. Unter den Konzepten befinden sich etwa Ideen zum Abbau von Wasser auf dem Mond, zur Erforschung der Venus, zum Transport von Raumsonden mit 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit und mehr. In der folgenden Bildergalerie wollen wir die aufregendsten der 18 Projekte kurz (und möglicherweise ein bisschen verständlicher als im Originaltext) vorstellen.

 

LPMO

Die Idee des Lunar-Polar Propellant Mining Outpost ist es, Wassereis in tiefen schattigen Kratern zu gewinnen. Hohe Masten mit Solarzellen darauf sollen das wenige, einfallende Sonnenlicht nutzen, während am Boden des Kraters Roboter unter menschlicher Aufsicht Bergbau betreiben.

MP4AE

Bei der Erforschung der Atmosphäre anderer Planeten könnten künftig kleine, sehr leichte Mikrosonden zum Einsatz kommen. Diese schweben an 200 Meter langen Fadenringen durch die Luft, während sie elektrisch geladene Luft als Stromquelle anzapfen. Das Projekt Micro-Probes Propelled and Powered by Planetary Atmospheric Electricity nimmt die Flugfähigkeit mancher Spinnen als Vorbild.

Smart Suit

Der Smart Suit soll ein Raumanzug sein, der neuartige Materialien mit so genannter Soft Robotic verbindet. Teile des Anzugs sollen die Bewegung des Trägers verstärken und so die Flexibilität des Anzugs verbessern.

BREEZE

Das Projekt BREEZE sieht von Rochen inspirierte, aufblasbare Forschungssonden vor, die in den oberen Atmosphärenschichten der Venus fliegen und mit Sonnenenergie betrieben werden. Angetrieben durch starke Winde sollen sie alle sechs Tage den Planeten umrunden.

SPEAR Probe

SPEAR Probes sind besonders leichtgewichtige nuklear-elektrisch betriebene Raumsonden, die den Jupitermond Europa genauer erforschen sollen. Die Sonden sollen in einem Orbit um den Mond kreisen und Flüssigkeits-Fontänen untersuchen, die hie und da von dem Mond ausgestoßen werden.

Power Beaming

Mit wiederaufladbaren Solar-Ballonen sollen künftig längere Roboter-Missionen auf der Venus möglich werden. Das Projekt Power Beaming for Long Life Venus Surface Missions sieht das Abtauchen von aufgeladenen Ballons durch die Wolkenschichten der Venus und die drahtlose übertragung von Strom an Roboter am Boden vor.

CHARON

Eine neuartige Raumsonde namens CHARON soll beim Entfernen von Weltraummüll helfen. Die Raumsonde schürft in den oberen Atmosphärenschichten nach Stickstoff und Sauerstoff und wandelt die Gase direkt in Raketentreibstoff um. Dadurch kann sie sich jahrelang neu ausrichten und Objekte ansteuern, die es anschließend in der Erdatmosphäre verbrennen lässt.

Thermal Mining

Um Rohstoffe auf besonders kalten Objekten im Weltraum zu gewinnen, soll Sonnenlicht mittels großer Spiegel eingesetzt werden. Die Wärmestrahlung des Lichts soll Materialien auftauen und verdampfen lassen, um sie anschließend in speziellen Zelten kondensieren zu lassen. Das ist die Idee des Projekts Thermal Mining of Ices on Cold Solar System Bodies.

Low-Cost SmallSats

Bei der Erforschung des äußeren Sonnensystems waren bisher teure, große, kernenergiebetriebene Sonden wie Voyager 1 und 2 notwendig. In Zukunft könnten wesentlich kleinere und günstigere Satelliten mit riesigen Antennen zum Einsatz kommen. So sieht es das Projekt Low-Cost SmallSats to Explore to Our Solar System's Boundaries vor.

THE MOST

THE MOST nennt sich ein riesiges Weltraumteleskop, das flexible Membrane statt fester Spiegel vorsieht. Die Membran kann im Weltraum aus einer zylinderförmigen Verpackung ausgerollt und auf einer 3D-gedruckten Stangenkonstruktion aufgespannt werden.

RIPS

Das Projekt RIPS widmet sich der Stromerzeugung von Raumsonden, während diese in die Atmosphäre von Planeten eindringen. Durch eine Art Reißleine sollen Sonden mechanisch Energie erzeugen, die sie für ihre Forschungsarbeit während des Abstiegs und die Datenübertragung benötigen.

R-MXAS

Das Projekt R-MXAS sieht eine Radioantenne vor, die im Weltraum rotiert, sodass die virtuelle Antennenfläche besonders groß wird. Das Weltraumradioteleskop soll besonders kompakt und günstig und gleichzeitig besonders leistungsfähig sein.

Beamed Propulsion

Bei dem Projekt Self-Guided Beamed Propulsion for Breakthrough Interstellar Missions geht es darum, Raumsonden mittels fokussiertem Laserstrahl weiter als je zuvor reisen zu lassen. Möglich werden soll dies durch die Kombination eines Lasers mit einem neutralen Partikelstrahl. So angetriebene Raumsonden sollen bis zu 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit erreichen können.

Diffractive Lightsails

Sonnensegel sind ein bekanntes Konzept für Raumflüge in die Tiefen des Alls. Das Projekt Diffractive Lightsails will das Design von Sonnensegeln ändern. Lichtstreuende Membranen sollen die Steuerung von Sonnensegeln erleichtern. Innovative neue Materialien könnten außerdem das einfallende Sonnenlicht in verschiedene Richtungen lenken und so die Manövrierfähigkeit erhöhen.

Solar Surfing

Das Projekt Solar Surfing will mit einer Raumsonde näher denn je an die Sonne herankommen, um spannende Effekte auf ihrer Oberfläche genauer zu untersuchen. Möglich werden soll dies durch einen zweistufigen Schild aus einem hochreflektiven Material.