Science
17.09.2018

Doch keine Aliens: Observatorium nach Evakuierung wieder offen

Die vor zehn Tagen abrupt geschlossene Sonnenwarte in New Mexico spricht von einem Sicherheitsvorfall.

Nach Medienberichten über die hastige Evakuierung des Sunspot Solar Observatory im US-Bundesstaat New Mexico wurde die Sonnenwarte auf dem 2823 Meter hohen Sacramento Peak nach zehn Tagen wieder geöffnet. Da die Räumung des Observatoriums ohne Angabe weiterer Gründe durchgeführt wurde und selbst die lokalen Behörden vor Ort keinerlei Informationen zu dem aufsehenerregenden FBI-Einsatz hatten, wurden wilde Spekulationen rund um die mysteriöse Schließung befeuert.

Alienjäger, die weiterhin an ein angeblich im Jahr 1947 abgestürztes UFO im zwei Autostunden von der Sonnenwarte entfernten Kleinstadt Roswell glauben, vermuteten, dass außerirdische Lebensformen entdeckt wurden. Bis hin zu einer möglichen Bedrohung durch zwei riesige Objekten, die angeblich an der Sonne vorbeizogen, reichten die Spekulationen. Auch ein Sonnensturm wurde mit der Evakuierung in Zusammenhang gebracht, die von den Verantwortlichen in knappen Worten als Sicherheitsvorfall beschrieben wurde.

Stellungnahme ohne Außerirdische

Wohl auch um die andauernden Spekulationen einzudämmen, die Besucher auf den Berg lockten, reagierten die Betreiber des Observatoriums am Sonntag schließlich mit einer ausführlichen Stellungnahme. Die Evakuierung sei notwendig gewesen, um die Mitarbeiter und Bewohner rund um die Station vor "krimineller Aktivität" zu schützen, die am Sacramento Peak vermutet wurde.

Um die Sicherheit der in dieser abgelegenen Region befindlichen Personen nicht zu gefährden, hätten die Behörden entschieden, die Evakuierung durchzuführen. Ein Verdächtiger, gegen den im Rahmen dieser kriminellen Aktivitäten ermittelt wurde, sei eine potenzielle Gefahr für die Personen vor Ort gewesen. Man sei sich bewusst, dass die fehlende Kommunikation während der Evakuierung zu Frustration und Besorgnis geführt habe. Man habe den Verdächtigen aber nicht warnen wollen.

Ob sich die selbst ernannten Alienjäger und Verschwörungstheoretiker mit dieser Erklärung zufrieden geben, in der wenig überraschend keine Außerirdischen vorkommen, ist fraglich. Die nun veröffentlichte offizielle Stellungnahme deutet allerdings auf einen recht profanen Grund hin, warum die Station evakuiert wurde. Warum es von der Schließung bis zur Wiederöffnung so lange dauerte, bleibt in der Mitteilung unbeantwortet.

Es seien aber weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden - etwa auch, um mit dem stark gestiegenen Besucheraufkommen der vergangenen Tage zurecht zu kommen.