Dieses Konzeptbild zeigt, wie Comet Interceptor von der Parkposition Richtung Komet fliegt

© ESA

Science
06/21/2019

ESA will einen noch unentdeckten Kometen abfangen

Das Raumschiff und seine zwei Tochterschiffe sollen bereits im Jahr 2028 starten, um dann im Weltall geparkt zu werden.

Nach der erfolgreichen Rosetta-Mission, will die ESA erneut ein Raumschiff zu einem Kometen bringen. Dies hat die europäische Weltraumorganisation jetzt beschlossen.

Die Mission heißt „Comet Interceptor“ (Kometen-Abfänger). Sie wurde vom Komitee der ESA als eine der neuen F-Klasse-Missionen ausgewählt. Das F steht dabei für FAST – also schnell. Ideen für diese Mission wurden erst vor einem Jahr eingereicht.

Damit diese Missionen schnell ins All starten können, muss die Nutzlast weniger als 1000 kg wiegen. So können sie mit derselben Rakete einer anderen Mission ins All fliegen. Im Fall von Comet Interceptor ist das das Ariel-Weltraumteleskop, das 2028 in den Weltraum geschossen werden soll.

Dreier-Pack

Einmal im All, werden Ariel und Comet Interceptor in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung „hinter“ der Erde geparkt (aus der Sicht der Sonne). Wenn jetzt ein neuer Komet entdeckt wird, der vom Rande unseres Sonnensystems Richtung Sonne fliegt, startet Comet Interceptor den Abfangkurs.

Einige Wochen bevor der Komet erreicht wird, spaltet sich Comet Interceptor in das Hauptraumschiff und zwei Tochterraumschiffe auf. Idealerweise fliegen sie dann, hoffentlich nicht zu schnell, an verschiedenen Seiten am Kometen vorbei. Dies soll 3D-Informationen des Kometen liefern und Forschern dabei helfen zu verstehen, wie der Komet mit den ständig wechselnden Sonnenwinden interagiert.

Geparkt im All

Die Park-Position im Weltall hat sowohl einen Vor- als auch einen Nachteil. Für Untersuchungen interessante Kometen werden oft erst wenige Monate entdeckt, bevor sie das innere Sonnensystem erreichen. Das wäre zu wenig Zeit, um das Abfangen zu planen, ein Raumschiff zu bauen und zu starten. Dieses Problem entfällt bei Comet Interceptor, weil es im All auf Abruf bereitsteht.

Der Nachteil daran ist, dass nicht absehbar ist, wann ein für die Untersuchung geeigneter Komet entdeckt wird. Comet Interceptor könnte also eine ganze Weile nutzlos im All herumschweben. Im schlimmsten Fall könnte Comet Interceptor so lange geparkt sein, dass die Energie ausgeht, bevor das Raumschiff Richtung Komet startet. Damit das nicht passiert, hat die ESA bereits bekannte Kometen als potenzielle Ersatzziele ausgewählt.

Die ESA rechnet damit, dass innerhalb von fünf Jahren nach dem Start von Comet Interceptor die Mission abgeschlossen ist. Als Budget sind 150 Millionen Euro veranschlagt.