Science
02/27/2019

Europas wiederverwendbare Rakete ähnelt stark der Falcon 9 von SpaceX

Die Ariane Group und Frankreichs Raumfahrtagentur haben eine neue Entwicklungsplattform für Raketen der Zukunft gegründet.

Die neugegründete Entwicklungsplattform "Ariane Works" soll offen für Teams aus der ganzen Welt sein und eine flexible Umgebung zur Entwicklung neuer Raketen bieten, wie ars technica berichtet. Im Zentrum steht das Thema Kostenreduktion. Das soll erreicht werden, indem bei der Entwicklung auf Start-ups und kleinere Unternehmen gesetzt wird. Das erste Projekt, das entwickelt wird, ist eine wiederverwendbare Raketenstufe namens Themis, die vertikal starten und nahe am Startort wieder landen soll.

Themis soll vom europäischen Triebwerk "Prometheus" befeuert werden, das mit einer Million US-Dollar Baukosten relativ günstig gefertigt werden kann. Das wiederverwendbare Triebwerk wird mit flüssigem Sauerstoff und Methan betrieben. Beobachter haben angemerkt, dass die Pläne für Themis stark an die Falcon-9-Rakete von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX erinnern. Auch die Leistungsdaten sind nicht allzu weit voneinander entfernt. Ähnlichkeiten zur SpaceX-Technologie waren auch schon bei der Vorstellung der europäischen Pläne für "Callisto" aufgefallen.

Damals sagte der Chefentwickler der französischen Raumfahrtbehörde, dass das kein Zufall sei: "Callisto ist Grasshopper. Die Chinesen bauen auch einen ähnlichen Prototypen. Ich habe kein Problem damit zuzugeben, dass wir das Konzept nicht erfunden haben." Sowohl Callisto als auch Themis sind abhängig von staatlichen Investitionen. Ob und wann sie gebaut werden, ist deshalb noch ungewiss. Derzeit ist die Ariane-Group mit der Fertigstellung der Ariane-6-Rakete beschäftigt, die ihren ersten Flug 2020 absolvieren soll. Callisto und Themis sind als Nachfolger für die Ariane 6 gedacht und werden frühestens Ende des nächsten Jahrzehnts startbereit sein.