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Science

Förderung für Forschung in Österreich stark angestiegen

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG verzeichnete im Jahr 2021 einen starken Anstieg an Förderzusagen. So wurden 2021 fast 5.000 neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit insgesamt 738 Millionen Euro gefördert. Im Vorjahr waren es hingegen noch 572 Millionen Euro. Ein gutes Drittel ging laut dem FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner an Forschungseinrichtungen und Hochschulen und 195 Millionen an KMU. Das Gros mit 33 Prozent stand Großunternehmen zur Verfügung - Projekte wurden konkret mit 247 Millionen Euro gefördert.

Laut Pseiner sei die FFG aber auch „ein Start-up-Motor“, wie er gegenüber der futurezone betont. So gingen fast 80 Millionen Euro der FFG-Förderungen 2021 an 1.100 Start-ups – ein Rekord. Laut der FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth seien die branchenmäßig breit aufgestellt. Von BioTech über FinTech bis hin zu den Sektoren Energie und Life Sciences würden diverse Branchen abgedeckt.

Pseiner zufolge nahmen „alle großen Namen“ zumindest zu Beginn das FFG-Portfolio in Anspruch. Drei Viertel der Trend Austrian Top 100 sind demnach Fördernehmer der FFG. 

Gesamtbudget beläuft sich heuer auf 1,6 Milliarden Euro

Generell habe die FFG in allen Kategorien ein Plus verzeichnet, freut sich Egerth. Auch hinsichtlich der Finanzierungsvereinbarungen, die mit den Eigentümerressorts – dem Wirtschafts- und Klimaschutzministerium  – für das laufende und kommende Jahr geschlossen wurden, sei ein Plus zu erwarten. Das Gesamtbudget, das 2022 für neue Initiativen und Projekte zur Verfügung steht, belaufe sich auf über 1,6 Milliarden Euro.

Im Vorjahresvergleich entspreche dies einer Steigerung von rund 130 Prozent – laut Pseiner „ein Allzeithoch“. Dieser Anstieg sei unter anderem auf den EU-Wiederaufbaufonds „NextGenerationEU“ zurückzuführen. Damit wurden etwa Förderprogramme zur Umstellung von Bus- und Lkw-Flotten auf emissionsfreie Antriebe gestartet.

Leistungsstarke Forschungs-Community

Weitere Fördermittel gehen ihm zufolge an den Ausbau des Breitbandnetzes. Damit Österreich bis 2030 flächendeckend mit einem Glasfasernetz ausgestattet ist, stehen mit nationalen Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus bis 2026 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung, erklärt er. Auch zählen Mittel dazu, die über die neue Initiative „Quantum Austria“ bis 2026 ins Forschungssystem kommen sollen.

v. li. n. re: Peter Kaufmann (stellvertretender Leiter der KMU Forschung Austria), Henrietta Egerth und Klaus Pseiner (FFG-Geschäftsführung)

Pseiner zufolge würde mit der Steigerung aber auch das „klassische F&E-Portfolio“ gestärkt. Dieses verzeichne ein Plus von etwa 40 Prozent bei Anträgen in den Basisprogrammen. „Wir haben eine Forschungs-Community, die leistungsstark ist und unser Portfolio voll ausschöpfen kann“, sagt er.

Digitalisierung und Klimaschutz

Mit den 738 Millionen Euro wurden insbesondere Digitalisierungsprojekte gefördert. Fast 60 Prozent der FFG-Förderungen werden in Projekte rund um E-Health, E-Mobilität und ähnliches gesteckt. Konkret wurden Projekte mit einem starken Digitalisierungsanteil im vergangenen Jahr mit 540 Millionen Euro gefördert. 

46 Prozent der Förderungen gehen indes an klimarelevante Projekte zu Themen rund um Gas- und Energieverknappung oder alternative Energien, die kurz-, mittel- und langfristig erforderlich sind. Diese Förderungen entsprechen 337 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr 2020 ist das ein Anstieg von 8 Prozent.

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Andreea Iosa

Andreea Iosa beschäftigt sich mit neuesten Technologien und Entwicklungen in der Forschung – insbesondere aus Österreich – behandelt aber auch Themen rund um Raumfahrt sowie Klimawandel.

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