Die X-37B am Rollfeld der Air Force

© US Air Force

Science
07/10/2019

Himmelsbeobachter fotografiert geheimes Mini-Space-Shuttle der Air Force

Nach mehreren Monaten hat es Ralf Vandebergh geschafft, die X-37B im Weltall aufzuspüren und zu fotografieren.

Die US Air Force hat mit der Boeing X-37B ein unbemanntes Mini-Space-Shuttle in Betrieb. Seitdem es 2010 zum ersten Mal ins All gestartet ist, fragen sich Hobby-Astronomen und Verschwörungstheoretiker, was es im Weltraum macht. Laut der US Air Force sind es Testflüge. Nachdem aber die X-37B bei ihrem vierten Testflug 717 Tage im Orbit blieb, hält sich die Theorie hartnäckig, wonach das Raumschiff zu Spionagezwecken eingesetzt wird.

Jetzt hat es der Astronomiefotograf Ralf Vandebergh geschafft, die X-37B im Orbit zu fotografieren. Das ist alles andere als einfach. Das Raumschiff ist nämlich nicht nur klein, sondern folgt auch nicht den üblichen Mustern für Orbitflüge.

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Vandebergh hat nach mehreren Monaten Suche die X-37B im Mai entdeckt. Als er versuchte sie Mitte Juni erneut zu finden, war sie nicht zur berechneten Zeit im berechneten Orbit. Wie später bekannt wurde, hat die X-37B ihren Orbit mit einem Onboard-Antriebssystem verändert.

Der Astronomiefotograf wandte sich schließlich an ein Netzwerk von Amateur-Satelliten-Beobachtern. Diese fanden sehr schnell das gesuchte Raumschiff. Vandebergh gelang es dann am 30. Juni und 2. Juli die X-37B im Weltall zu fotografieren.

Aufgrund der kleinen Größe der X-37B ist auf den Fotos nicht allzu viel zu erkennen, obwohl sie mit 300 Kilometern Entfernung einen niedrigen Orbit hatte. Er fotografierte das Raumschiff mit seinem 10-Zoll-Teleskop und der Monochrom-Astronomiekamera Astrolumina ALccd 5L-11.

Durch die Bearbeitung danach erkennt man die Nase des Raumschiffs und dass die Frachtluke geöffnet ist. Für die aktuelle Mission ist die X-37B bereits am 7. September 2017 gestartet. Laut der Air Force sind zwar kleine Satelliten an Bord der X-37B für diese Mission, dass diese allerdings erst über 600 Tage nach dem Start ausgesetzt werden, wäre sehr ungewöhnlich. Für einige ist das erneut der Beweis dafür, dass das Raumschiff für die Spionage genutzt wird. Im Frachtraum sollen sich angeblich Instrumente zur Beobachtung von Objekten auf der Erde befinden.

Mini Space Shuttle

Sieht man sich Bilder der X-37B an, die nicht gerade in 300 Kilometern Entfernung gemacht wurden, erkennt man die Ähnlichkeit zum Space Shuttle der NASA. Das ist kein Zufall. Auch das Space Shuttle wurde von Boeing entwickelt. Das Konzept ist ebenfalls das Gleiche. Die X-37B startet mit einer Rakete und landet dann nach dem Wiedereintritt auf einem Flugfeld, ähnlich wie ein Flugzeug.

Die X-37B ist deutlich kleiner als das Space Shuttle. Es ist nur 8,92 Meter lang. Das Space Shuttle war 56 Meter lang. Durch die geringe Größe kann die X-37B mit regulären Raketen ins All starten. Bisher wurde dazu vier Mal eine Atlas V genutzt. Bei der aktuellen Mission, die seit September 2017 läuft, startete die X-37B erstmals mit einer Falcon 9 ins All.