Science
06.07.2016

Hyperloop von Helsinki nach Stockholm soll Milliarden sparen

Hyperloop One plant eine 19 Milliarden Euro teure Strecke im Norden Europas, die sich aber rasch rechnen soll. Vor allem die "Nokia-Stadt" Salo hofft auf den Hyperloop.

Hyperloop One, eines jener Start-ups, das Elon Musks Hyperloop-Technologie weiterentwickelt, plant eine Strecke von Helsinki nach Stockholm. Die Fahrt mit der Hochgeschwindigkeitsröhre soll lediglich 28 Minuten dauern. Das ist deutlich kürzer als bisher. So wird die 500 Kilometer lange Strecke, die zum Großteil über das baltische Meer führt, oftmals mittels Nachtfähre zurückgelegt. Zudem beträgt die Flugzeit zwischen den beiden Haupstädten zwar lediglich eine Stunde, laut Hyperloop könnte sich die gesamte Reisedauer hier auf bis zu dreieinhalb Stunden erhöhen, da die Flughäfen deutlich außerhalb der Städte liegen.

19 Milliarden Euro

Vorerst hat das Unternehmen lediglich eine Studie vorgelegt, die die Machbarkeit der Lösung demonstrieren soll. Die Studie sei die Erste ihrer Art für ein derartiges Hyperloop-Projekt. Demnach wären für den Bau der Strecke rund 19 Milliarden Euro erforderlich. Das entspricht einem Preis von 38 Millionen Euro pro Kilometer der Strecke. Damit sei man deutlich günstiger als beispielsweise Strecken für Hochgeschwindigkeitszüge. Für die Strecke zwischen London und Birmingham werden derzeit Kosten in der Höhe von 100 Millionen Euro pro Kilometer erwartet.

Hyperloop One

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Hyperloop One

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Laut den Studienautoren könnte durch die schnellere Reise Zeit im Wert von 321 Millionen Euro jährlich eingespart werden. Hyperloop One rechnet mit Umsätzen in der Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr, wobei sich der operative Gewinn auf 800 Millionen Euro belaufen soll. Dabei geht man von relativ großzügigen Schätzungen für Ticketverkäufe aus. So rechnet Hyperloop One mit rund 42,7 Millionen Passagieren pro Jahr.

Von Nokia zu Hyperloop

Die Ergebnisse der Studie scheinen aber zumindest die Verantwortlichen der finnischen Stadt Salo überzeugt zu haben. Die Stadt hat eine Absichtserklärung unterzeichnet, zur ersten "Hyperloop-Stadt" zu werden. Jahrelang war Nokia in der südfinnischen Stadt der Hauptarbeitgeber, mit dem Verkauf der Smartphone-Sparte wurden hunderte Einwohner aber über Nacht arbeitslos. Der große Pool an "talentierten Ingenieuren" dort soll die Weiterentwicklung der Technologie beschleunigen. Zu den Plänen zählt unter anderem eine Pilotstrecke zwischen Turku und Salo. Zudem sei ein Anschluss zu Helsinki sowie zum Flughafen Helsinki geplant.

Eine ähnliche Absichtserklärung hat auch Moskau unterzeichnet, dasbereits zum Ende des Jahres eine Pilotstrecke errichtet haben will. Auch hier ist ein Großprojekt in Planung, das eine "neue Seidenstraße" zwischen China und Europa vorsieht. Hyperloop One baut zudem eine Teststrecke in der Nähe von Las Vegas, auf der die vom Unternehmen entwickelten Technologien getestet werden. Erste Testfahrten ohne Passagiere gab es bereits, im Dezember sollen erste vollwertige Systemtests folgen. Im ersten Quartal 2017 will man dann erstmals auf Geschwindigkeiten über 1000 km/h beschleunigen. Auch in Österreichgibt es Interesse an einer ähnlichen Strecke.