Science
28.08.2018

Kollidierende Gravitationswellen könnten Erde auslöschen

Simulationen zeigen, dass Zusammenstöße von bestimmten Gravitationswellen Schwarze Löcher erzeugen können.

Physiker der Princeton University und des Perimeter Institute haben Kollisionen zwischen einer bestimmten Klasse von Gravitationswellen simuliert. Beim Zusammenstoß von ebenfrontigen Gravitationswellen, die wie zwei gerade, parallele Linien aufeinandertreffen, kann demnach ein schwarzes Loch entstehen, wie sciencealert berichtet. Diese Art von Gravitationswellen kann durch Teilchen entstehen, die mit Lichtgeschwindigkeit reisen. Auch kugelförmige Gravitationswellen, wie sie durch sich umkreisende und zusammenstoßende Neutronensterne oder schwarze Löcher entstehen, können lokal ebenfrontig erscheinen, wenn sie sich ausbreiten.

Ein schwarzes Loch würde laut der Arbeit der Physiker, die auf arxiv.org vorveröffentlicht wurde, nur dann entstehen, wenn die kollidierenden Gravitationswellen sehr hohe Energien haben. Physiker haben sich schon früher gefragt, was ein solcher Zusammenstoß bewirken würde und waren bislang davon ausgegangen, dass eine Singularität wie im Zentrum eines schwarzen Lochs entstehen würde, die aber augenblicklich wieder zerfallen sollte. In den Szenarien der neuen Arbeit wickelt sich die Raumzeit hingegen um die Singularität und erzeugt ein schwarzes Loch, das den Großteil der Energie der beiden kollidierenden Wellen schlucken würde. Etwa 15 Prozent der Energie würden wieder als Gravitationswellen abgestrahlt.

Das Ende

Würde das in der Nähe der Erde passieren, wäre das ihr Ende. "Da möchtest du nicht in der Nähe sein. Das würde die Erde um Tausende Kilometer strecken und würde alles zerstören. Sobald wir das mitbekommen würden, wären wir tot", sagt der Physiker Vitor Cardoso von der Universität Lissabon gegenüber dem New Scientist. Ein solches Weltuntergangsszenario ist aber nicht wahrscheinlich. Die Gravitationswellen, die wir bisher auf der Erde gemessen haben, wurden durch Zusammenstöße Schwarzer Löcher ausgelöst und strecken den Raum nur um einen Protonenradius.

Ein Prozess, der Gravitationswellen erzeugen könnte, die stark genug wären, um Cardosos düstere Prophezeiung wahr werden zu lassen könnte, ist nicht bekannt. Eine mögliche Zerstörung der Erde war auch nicht die Motivation der Arbeit der Physiker. Sie wollen zeigen, wie sich die Raumzeit bei sehr hohen Energien verhält.