Science
10.01.2019

Moskauer Raumfahrtchef lädt NASA-Kollegen nach Russland ein

Nach "Ausladung" durch die USA machte der russische Raumfahrtboss einen Alternativvorschlag.

Der russische Raumfahrt-Chef Dmitri Rogosin, der nicht in die USA einreisen darf, hat stattdessen NASA-Direktor Jim Bridenstine wieder nach Russland eingeladen. "Wenn es auf US-Gebiet nicht klappt, können wir uns jederzeit auf russischem Gebiet treffen", sagte Rogosin am Donnerstag dem staatlichen Nachrichtenkanal Rossija 24. "Wir sind auf Zusammenarbeit eingestellt", bekräftigte der Leiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos. Er warte aber immer noch auf eine Erklärung, warum die NASA ihn kurzfristig ausgeladen habe, sagte Rogosin. Die Reise war als Ausnahme von dem bestehenden Reiseverbot für Februar geplant. Als Hintergrund vermutete Rogosin den aktuellen Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Parlament.

Der frühere russische Vizeregierungschef steht auf der US-Sanktionsliste, seit Russland sich im März 2014 die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt hat. In dem gespannten Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist die Raumfahrt aber einer der wenigen Bereiche, in dem beide Seiten noch kooperieren. Bridenstine und Rogosin haben sich bisher nur in Moskau und Baikonur getroffen. Nach ersten ärgerlichen Reaktionen bemühten sich Rogosin und seine Behörde am Donnerstag, den Tonfall zu dämpfen. Roskosmos berichtete von einer produktiven Videoschaltung mit der NASA-Führung am Mittwoch.