Das Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment (CHIME) misst die Radiosignale

© CHIME FRB

Science
02/12/2020

Mysteriöse Radiostrahlen aus dem All wiederholen sich alle 16 Tage

Die Regelmäßigkeit der sogenannten Fast Radio Bursts wirft neue Fragen über ihren Ursprung auf.

Die mysteriösen Radiosignale, die Astronomen seit 2007 in unregelmäßigen Abständen messen, werfen neue Fragen auf. Eine Expertengruppe aus Kanada konnten dem Signal FRB 180916.J0158+65 eine Regelmäßigkeit nachweisen. Ihren Messungen zufolge wiederholte es sich alle 16 Tage. Auf eine viertägige Wach-Phase, in der mehrere Fast Radio Bursts (FRB) täglich gemessen wurden, folgt eine 12-tägige Ruhephase.

Die Wissenschaftler hatten mit dem Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment (CHIME) 400 Signale gleichen Ursprungs gefunden. Sie kommen aus einer Spiralgalaxie, die schätzungsweise 500 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt liegt.

Woher solche Radiosignale kommen, ist nicht belegt. Bisher konnte man nur einzelne, starke Signale messen, die jeweils wenige Millisekunden andauern und scheinbar in keinem Zusammenhang standen. Daher nahm man an, sie würden durch einmalige Events, wie dem Zusammenstoß zweier Neuronensterne, entstehen. Im Juni 2019 hatte man erstmals ein solches Signal zurückverfolgen können: Es stammte aus einer Galaxie, die 3,6 Milliarden Lichtjahre entfernt liegt. 

Rotierender Himmelskörper

Diese Theorie passt allerdings nicht zu den neuen Forschungsergebnissen. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass die Radiosignale von unterschiedlichen Quellen erzeugt werden können. Da das Signal FRB 180916.J0158+65 einem 16-Tage-Muster folgt, vermuten die Forscher in ihrem Statement, dass sein Ursprung bei einem Himmelskörper liegen könnte. Dieser könnte sich in der Umlaufbahn eines Sterns oder eines anderen Objekts befinden. Eine weitere Möglichkeit sei, dass sich der Himmelskörper dreht, oder Sternenwinde abwechselnd die Signale verstärken oder blockieren könnten.

Die Forscher hoffen, dass die Signalquellen durch technologischen Fortschritt bald genau nachverfolgt werden können. Damit könnte auch das Mysterium um ihren Ursprung gelöst werden.

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