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Science
04/03/2020

Neue Studie: Das bringen einfache Gesichtsmasken

Forscher haben untersucht, ob das Tragen eines Mundschutzes Coronaviren in der Atemluft reduziert.

Die Maskenpflicht in österreichischen Supermärkten hat bei vielen Menschen Fragen aufgeworfen. Insbesondere darüber, ob die Maske auch den Träger oder nur das Gegenüber schützt, herrscht Unsicherheit. Bevor die Maßnahmen in Kraft traten, hieß es unter anderem von der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) noch, Masken hätten keinen nachweisbaren Schutzeffekt. Der Mund-Nasen-Schutz soll vor allem der Sicherheit anderer dienen, heißt es seitens der Regierung.

Nun wollen Wissenschaftler des Kollaborationszentrums der WHO für Epidemiologie von Infektionskrankheiten in Hongkong herausgefunden haben, dass ein einfacher Mundschutz doch das Potenzial hat, die Coronaviren in der Atemluft zu reduzieren. Dafür haben die Forscher Coronaviren, Grippeviren und Rhinoviren im Atem und Husten von Menschen identifiziert, die unter einer akuten Atemwegserkrankung leiden. 124 Testpersonen trugen einen einfachen Mund-Nasen-Schutz, 122 Probanden trugen keine Maske.

Die Untersuchung ergab, dass durch das Tragen von Gesichtsmasken weniger Coronaviren in Aerosolen und Mikrotröpfchen in der Atemluft nachweisbar waren. Damit könne die Übertragung des Virus potenziell verringert werden, heißt es in der Studie, die im Fachmagazin Nature Medicine erschien. Allerdings wurde das neue Coronavirus SARS-CoV-2 nicht getestet, sondern die bereits bekannten Coronaviren (SARS-CoV). 

Selbst genähte Masken geeignet

Studienleiter Benjamin Cowling sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, seine Ergebnisse könnten auf selbst genähte Schutzmasken übertragen werden. "Meiner Meinung nach würden Stoff- oder Baumwollmasken eine Wirkung haben, vielleicht wirken sie aber etwas geringer als ein richtig getragener chirurgischer Mundschutz."

Über die Wirksamkeit der Masken herrscht derzeit noch Uneinigkeit. Der Nothilfedirektor der WHO, Michael Ryan, hatte am 30. März mitgeteilt, das Tragen von Masken könne ein Infektionsrisiko noch erhöhen. Das Robert-Koch-Institut schreibt auf seiner Seite, es gebe "keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert". Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte: "Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass solche Masken einen schützen. Aber die Übertragung durch die Luft wird etwas reduziert. Das ist kein Ersatz dafür, Abstand zu halten. Es ist nur eine zusätzliche verschärfte Maßnahme."