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03/30/2020

MNS, FFP oder selbstgemacht: Was welche Maske bringt

Der Mundschutz soll in Österreich verstärkt eingesetzt werden. Doch welche Masken sind im Alltag wirklich geeignet?

von Franziska Bechtold

Österreich hat die Maßnahmen für die Eindämmung des Coronavirus ab Mittwoch, 1. April, um das Tragen eines Mundschutzes erweitert. Zunächst soll das nur im Supermarkt nötig sein, später soll er voraussichtlich überall dort getragen werden, wo man auf andere Personen trifft. In einer Pressekonferenz sprachen Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute explizit davon, dass zu diesem Zweck ein sogenannter Mund-Nasen-Schutz (MNS) eingesetzt werden soll. Derzeit sind diese MNS nur noch schwer zu bekommen und im Internet werden zahlreiche Masken angeboten – manche auch Marke Eigenbau. Wir erklären, welcher Schutz im Alltag geeignet ist.

Mund-Nasen-Schutz - MNS

Der Mund-Nasen-Schutz ist der gängigste, aber auch schwächste Schutz. Für kurze Begegnungen, wie sie beim Einkauf im Supermarkt passieren, reicht er aus. "Er ist nicht eng anliegend und gewisse Teile vom Nasenrücken sind frei. Er bietet also keinen 100-prozentigen Schutz," sagt Medizinerin Cornelia Lass-FlörlDirektorin des Instituts für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck im Gespräch mit der futurezone.

Der MNS ist eigentlich für den Einsatz im Operationssaal gedacht und daher auch als chirurgischer Mundschutz bekannt. Er schützt davor, dass größere Tröpfchen vom Maskenträger übertragen werden, etwa wenn sich der Arzt über den OP-Tisch beugt oder Menschen miteinander sprechen, wie es im Supermarkt der Fall ist. 

Sie schützen den Träger auch davor, sich mit infizierten Händen selbst in diese Gesichtsregion zu greifen. Eine Ansteckung durch Tröpfchen oder Aerosole, also sehr kleinen Partikeln in der Luft, kann der MNS nicht abwehren.

Je nach Produkt hält so ein Mund-Nasen-Schutz zwischen 2 und 4 Stunden. "Dann ist er durchfeuchtet und macht seine Aufgabe nicht mehr", so Lass-Flörl. Zudem sollte man darauf achten, dass man den Mundschutz richtig entsorgt, nachdem man ihn benutzt hat. Er sollte nach Gebrauch sofort entsorgt werden und anschließend sollte man mindestens 20 Sekunden lang die Hände waschen, da sich außen am Mundschutz Erreger sammeln können.

Der MNS soll laut Kurz am Eingang der Supermärkte verteilt werden. Allerdings gibt es auf dem Weltmarkt eine Knappheit. Die Bundesregierung hat daher einen Vorrat für die Supermärkte besorgt. Ob diese Versorgung langfristig gesichert ist, ist allerdings noch unklar. Im Internet ist er für Privatnutzer kaum noch zu bekommen, zumindest nicht für normale Preise von wenigen Cent pro Mundschutz.

Hier sollte wie bei allen medizinischen Produkten darauf geachtet werden, dass man sie von Händlern bezieht, die auf medizinische Produkte spezialisiert und dafür zertifiziert sind. Darüber klärt beispielsweise Watchlist Internet auf.

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Selbstgemachter Mundschutz

Viele Menschen dürften jetzt zu selbstgenähtem Schutz greifen. Auf Plattformen wie Twitter, Instagram und YouTube findet man viele Angebote und Vorlagen, um sie selbst zu basteln. Diese Masken haben natürlich weder ein medizinisches Zertifikat noch eine Form von Filter, die den Träger vor Viren schützen. In Europa werden Produkte mit einem CE-Zertifikat für ihren jeweiligen Fachbereich zugelassen.  

Allerdings geht es bei den nun beschlossenen Corona-Maßnahmen darum, das Gegenüber zu schützen, nicht sich selbst. Das betonte Anschober bei der Pressekonferenz nochmals. So könne kurzzeitig auch ein Schal dabei helfen, dass das Virus nicht weiterverbreitet würde.

Möchte man eine Maske selbst herstellen, kommt es laut Andrea Grisold, Infektiologin am Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Meduni Graz, auf den richtigen Stoff an: "Er sollte bei 60 bis 90 Grad mit einem Vollwaschmittel waschbar sein und 3 Lagen haben", sagt sie im Gespräch mit der futurezone. Wie der medizinische MNS, sollte er gewechselt werden, sobald er durchfeuchtet ist. Das tritt nach etwa 2 bis 4 Stunden ein. Zudem solle man darauf achten, dass der Schutz nicht zu locker sitzt. So kann er an der Nase mit einem biegsamen Draht verstärkt werden, damit er dort enger anliegt.

Halbmasken - FFP 1, 2 oder 3

Für medizinisches Personal gibt es eine andere Schutzklasse. Masken die mit FFP 1, 2 oder 3 gekennzeichnet sind, werden etwa auch bei Bauarbeiten getragen. Solche Feinstaubmasken sind derzeit besonders schwer erhältlich. Je nachdem, wie groß das Rückhaltevermögen der Partikelfilter ist, wird die Maske einer der drei Klassen zugeordnet. Je dichter die Maske ist, desto höher ist auch ihre Schutzwirkung. FFP1-Masken haben die geringste Dichtheit und Schutzwirkung, FFP3-Masken die größte.

Die Dichtheit ergibt sich aus dem jeweiligen Filterdurchlass und der sogenannten Verpassungsleckage, die durch Undichtigkeiten zwischen der Dichtlinie der Maske und dem Gesicht des Trägers entsteht, erklärte der VKI. FFP1-Masken hätten eine Gesamtleckage von maximal 22 Prozent, FFP3-Masken einen Wert von maximal zwei Prozent. In der Regel stelle das Tragen einer gut angepassten FFP2-Maske einen ausreichenden Schutz vor infektiösen Aerosolen dar. FFP-Masken, die ein Ausatemventil haben, dienen nur dem eigenen Schutz.

Für den wirksamen Gebrauch im Alltag sind sie Masken nur eingeschränkt geeignet. Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (Ages) informiert zudem in einem Video darüber, dass das Tragen der Maske "die Beatmungsmuskulatur massiv beeinträchtigt" und sie nicht länger als eine Stunde getragen werden sollte. Daher sollte man diese Masken dem medizinischen Personal überlassen, das bei der Arbeit einer permanenten Ansteckungsgefahr ausgesetzt ist.

Weiterhin Abstand halten

Kurz betonte bei der Pressekonferenz auch, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht das Abstandhalten ersetze. Es sei ein Irrtum zu glauben, dass man sich so schützen könne. Es sei nur ein zusätzlicher Schutz, um die Übertragung durch Emissionen zu reduzieren, ergänzte Anschober.

Das Robert Koch-Institut schreibt ebenfalls, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll sein kann - um das Risiko einer Übertragung der Erreger von Atemwegserkrankungen auf andere Menschen zu verringern. Gleichzeitig warnt es eindringlich davor, die wichtigsten Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zu vernachlässigen: regelmäßiges gründliches Händewaschen, Husten und Niesen in die Armbeuge.

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