Science
21.10.2018

Raumsonde BepiColombo schickt erstes Bild aus dem Weltall

Die erfolgreich gestartete europäische-japanische Raumfahrtmission hat nun ein erstes Foto vom Beginn ihrer Reise geschickt.

Wenige Stunden, nachdem die Raumsonde BepiColombo Samstagnacht mithilfe einer Ariane-5-Rakete ins All geschossen wurde, schickte diese bereits einen ersten Fotogruß an die Erde zurück. Auf dem Bild, das von der europäischen Weltraumorganisation ESA auf deren Homepage gepostet wurde, ist eines der ausgefahrenen Solarpanele zu sehen sowie ein Sonnensensor, der von mehrfachem Isolierungsmaterial umgeben ist. Das Foto wurde mit einer von drei verbauten Kameras gemacht. Diese liefern Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit einer Auflösung von 1024 mal 1024 Pixel.

Wie die ESA mitteilte, sollen die beiden anderen Kameras im Laufe des Sonntags aktiviert werden und weitere Bilder von der Sonde und ihrem Equipment fotografieren. Eine besonders hochauflösende wissenschaftliche Kamera wird es nach Ankunft beim Merkur im Jahr 2025 in Betrieb genommen. Sie ist auf dem separaten Modul angebracht, das sich vom Transporter lösen und dann die Oberfläche des Planeten erforschen soll. Die drei Schwarz-Weiß-Kameras sollen wiederholt Bilder liefern. Vor allem beim Vorbeiflug an Erde, Venus und Merkur werden sie im Einsatz sein.

Weiterzittern bis Mitte Dezember

Die Mission der 6,40 Meter hohen und 4,1 Tonnen schweren Raumsonde begann in der Nacht auf Samstag um 3 Uhr 35 mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. ESA-Chef Johann-Dietrich Wörner bezifferte die Gesamtkosten der Mission inklusive Entwicklung und Betrieb auf rund zwei Milliarden Euro. Mitte Dezember wird die Spannung erneut steigen. Dann kommen erstmals die Ionen-Triebwerke der Sonde zum Einsatz. Sollten sie nicht funktionieren, könnte die Mission scheitern.

Die Raumsonde muss neun Mal Planeten - ein Mal die Erde, zwei Mal die Venus und sechs Mal den Merkur - passieren, vor allem zum Entschleunigen. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in die Sonne fliegen. Das heißt, wir müssen die ganze Zeit bremsen", sagte Wörner. An Bord ist auch High-Tech aus Österreich. So sorgt etwa Weltraumtechnik "made in Austria" für den Hitzeschutz. "Merkur ist der sonnennächste Planet, daher muss die Sonde extreme Hitze über 450 Grad aushalten", teilte Max Kowatsch, Geschäftsführer der Ruag Space Austria im Vorfeld des Missions-Starts mit. Die am niederösterreichischen Ruag-Standort in Berndorf hergestellte Thermalisolation schützt die Sonde vor den extremen Temperaturen.