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© EPFL/Jamani Caillet

Science
01/30/2020

Satelliten auf Crashkurs verfehlen einander knapp

Bei einer Kollision drohten über eine Tonne Trümmer den Orbit zu verschmutzen und weitere Satelliten zu gefährden.

Es gibt vorerst Entwarnung im Orbit. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kamen sich zwei Satelliten gefährlich nahe. LeoLabs, das zuvor den Kollisionskurs entdeckt hatte, gibt jetzt Entwarnung.

Die Satelliten sind mit einem Abstand von 47 Metern aneinander vorbeigeflogen. Allerdings hat einer der beiden einen Ausleger der 18 Meter lang ist, weshalb bis zum Schluss ein Zusammenstoß nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Crash-Wahrscheinlichkeit lag demnach immer noch bei 5 Prozent.

Da beide Satelliten inaktiv und nicht mehr für Funksignale erreichbar sind, konnten keine Kurskorrekturen geschickt werden. Problematisch war zudem die Masse der Satelliten. Während der US-Spionagesatellit GGSE-4 nur 85 Kilogramm wiegt, sind es beim US-Weltraumteleskop IRAS 954 Kilogramm.

Kaskadeneffekt

Bei einer relativen Geschwindigkeit von fast 53.000 km/h, hätte ein Zusammenstoß Trümmer weit wegschleudern können. Dadurch wäre nicht nur ein Trümmerfeld in diesem Orbit entstanden, auch Satelliten in anderen Umlaufbahnen hätten getroffen werden können.

Raumfahrtexperten warnen, dass so ein Kaskadeneffekt entstehen kann. Die Trümmer einer Kollision lösen weitere Crashes aus, wodurch das Trümmerfeld immer größer wird, bis schließlich ein Großteil der aktiven Satelliten zerstört ist. Sie mahnen deshalb Unternehmen, beim ins All schießen von Satelliten immer deren rechtzeitige Entsorgung einzuplanen, etwa durch einen gezielten Absturz, damit der Satellit in der Erdatmosphäre verglüht.