ESA to launch Cheops satellite

© EPA / ATG medialab / ESA HANDOUT

Science
01/28/2020

Auf Kollisionskurs: Zusammenstoß zweier Satelliten droht

Entweder verfehlen sich die Satelliten um wenige Meter oder es kommt in den nächsten Stunden zur Kollision. Es bleibt jedenfalls spannend.

Zwei Satelliten werden mit einem Abstand von nur wenigen Metern aneinander vorbeirauschen. Auch eine Kollision sei möglich, warnt LeoLabs, ein US-Unternehmen, das sich auf das Tracking von Weltraummüll spezialisiert hat. Stattfinden wird das Event in der Nacht zum Donnerstag (Mitteleuropäische Zeit) am Himmel über der USA, in der Nähe von Pittsburgh.

Die beiden Objekte treffen mit einer relativen Geschwindigkeit von 53.000 km/h aufeinander. Laut den Berechnungen wird der Abstand zwischen den Satelliten lediglich 15 bis 30 Meter betragen. Konkret steuern das ehemalige Weltraumteleskop IRAS (Infrared Astronomical Satellite) und der Experimentalsatellit GGSE-4 aufeinander zu. 

Das Weltraumteleskop IRAS startete 1983 ins All und war dort elf Monate im Einsatz. Im November 1985 wurde das Teleskop deaktiviert. Seither kreist es um die Erde in einer Höhe von rund 900 Kilometern. Bei GGSE-4 handelt es sich um einen ehemaligen US-Spionagesatellit, der im Mai 1967 in den Orbit gestartet ist. Wie IRAS ist auch der Spionagesatellit nicht mehr erreichbar und kann folglich keine Kurskorrekturen durchführen.

Warnung vor weiterem Weltraummüll

Sorgen bereit den Spezialisten von LeoLabs vor allem die Größe des ausgedienten Weltraumteleskops. Es hat ein Gewicht von 954 Kilogramm und Maße von 3,6 x 3,24 x 2,05 Meter. Der Spionagesatellit hingegen wiegt nur 85 Kilogramm. Sollte es tatsächlich zu einer Kollision kommen, würde das bedeuten, dass die beiden Objekte in zahlreiche Trümmer aufbrechen. Diese kleineren Teile würden in der Folge dann wieder weitere Satelliten gefährden.

"Ereignisse wie dieses zeigen die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen, zeitnahen Entsorgung von Satelliten, um die Nachhaltigkeit des Weltraums voranzutreiben", schreibt das LeoLabs auf Twitter. Nach dem Ende ihrer Einsatzdauer sollen die nicht länger benötigten Objekte rasch zu einem kontrollierten Absturz gebracht werden, sodass sie in der Atmosphäre verglühen und nicht andere Objekte im Orbit gefährden.