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Forschung Smart-City-Projekt in Aspern wird bis 2023 verlängert.

Im Studierendenheim GreenHouse hat die ASCR ein intelligentes Gebäude-Energie-Managementsystem (BEMS) implementiert.
Im Studierendenheim GreenHouse hat die ASCR ein intelligentes Gebäude-Energie-Managementsystem (BEMS) implementiert. - Foto: (Credit: Wien Energie/Walter Schnaub-Walzer)
Das Energieforschungsprojekt in der „Seestadt Aspern“ wird fortgesetzt. Eigentlich war es auf fünf Jahre angelegt, aber jetzt wurde eine Verlängerung bis 2023 beschlossen.

Gestartet wurde das zunächst für fünf Jahre angelegte Projekt Aspern-Smart-City-Research (ASCR) 2013. Die Eigentümer - Siemens, Wien Energie, Wiener Netze und Stadt Wien - haben eine Verlängerung der Forschungskooperation bis 2023 beschlossen. Sie stellen dafür weitere 45 Millionen Euro zur Verfügung.

„Wien ist eine stark wachsende Stadt, daher müssen wir schon heute an nachhaltigen Konzepten für die Energieversorgung von morgen arbeiten“ so Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke, am Donnerstag. Die Beteiligung der Wiener Stadtwerke an der ASCR sei eine Investition in die Energiezukunft, die Versorgungssicherheit und Lebensqualität für alle Wienerinnen und Wiener garantieren müsse. „Ich erwarte mir von dieser Forschungskooperation natürlich, dass letztlich marktreife Produkte entstehen.“

Echtzeitdaten der Nutzer

Die ASCR forscht mit Echtdaten - Stromnetz, Gebäude, Wetterdaten und Energiedaten der User - für die Energiezukunft im urbanen Raum. Leitgedanken sind dabei die Optimierung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Energie und damit die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Durch den integrativen Ansatz werden nicht Einzelelemente, sondern die komplexen Zusammenhänge des Energiesystem erforscht - das Netz (Smart Grid), die Gebäude (Smart Building), die Informations- und Kommunikationstechnologie (Smart ITC) und die Nutzer (Smart User).

Derzeit wird anhand von drei Gebäuden - ein Wohnhaus, ein Studentenheim und ein Bildungscampus (Kindergarten und Volksschule) - untersucht, wie eine „Smart City“ funktionieren könnte. Die Kunden werden in die Entwicklungsarbeit eingebunden. So können beispielsweise 111 an einem Forschungsprogramm teilnehmende Haushalte über eine App ihren Strom-, Wärme- und Wasserverbrauch steuern. Für die erste Phase stand ein Budget von 38,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Fokus auf Energiesystem

Die Vorbereitungen für die zweite Phase ASCR 2.0 seien nun im vollen Gang, heißt es in der Pressemitteilung. Es werden neue Gebäude gesucht und neue Forschungsfragen definiert. Neben der Vertiefung der Forschung im Bereich Smart Buildings und Smart Grids werde die Digitalisierung des gesamten Energiesystems noch stärker in den Fokus rücken. Eingebunden wird künftig auch die E-Mobilität. Arbeiten will man auch an neuen datenbasierten Energiemarktmodellen.

Siemens Österreich sei es immer gelungen, wesentliche Kompetenzen und Leuchtturmprojekte anzusiedeln, so Siemens-Chef Wolfgang Hesoun. Möglich sei dies nur aufgrund der engen Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und dem Interesse, intensiv in Forschung und Entwicklung zu investieren. Gemeinsam sei es gelungen, Daten und Messwerte zu analysieren und so erste Erkenntnisse zu gewinnen, die bereits in konkrete Projekte eingeflossen seien.

Testen neuer Angebote

Für die Wien Energie biete die ASCR die Möglichkeit, neue Angebote für die Kunden zu testen, so Unternehmenschef Michael Strebl. Man gewinne so wichtige Erkenntnisse für die Zukunft. Für die Wien Energie ist ASCR ein wichtiger Teil ihrer Innovations- und Digitalisierungsoffensive, die in den nächsten Jahren insgesamt 120 Mio. Euro umfasst. Wiener-Netze-Geschäftsführer Thomas Maderbacher verwies darauf, dass im Netzbereich immer die Versorgungssicherheit im Zentrum stehe und dezentrale Erzeugung das Stromnetz vor große Herausforderungen stelle.

Getragen wird die Forschungsgesellschaft ASCR von Siemens Österreich (44,1 Prozent), den Wiener Stadtwerke-Töchtern Wien Energie GmbH (29,95 Prozent) und Wiener Netze GmbH (20 Prozent) sowie der Stadt Wien (Wirtschaftsagentur Wien 4,66 Prozent, Wien 3420 Holding GmbH 1,29 Prozent). Mehr als 100 Personen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen sind an dem Forschungsvorhaben direkt beteiligt.

(apa) Erstellt am 11.01.2018, 13:01

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