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Science
07/25/2020

So testet man wie gut selbstgemachte Masken schützen

Erfüllen Schal und ein Mund-Nasen-Schutz aus einem Geschirrtuch wirklich ihre Funktion? Ein simpler Test beantwortet die Frage.

Mit der ausgeweiteten Maskenpflicht sieht man jetzt wieder alle möglichen Varianten des Mund-Nasen-Schutzes. Da ist von der FFP2-Maske über das Gesichtsschild bis zum selbstgemachten Mund-Nasen-Schutz alles dabei.

Auch Halstücher und Schals kommen zum Einsatz. Leider ebenfalls wieder zu sehen: Personen, die entweder ihre Maske vergessen haben oder bewusst darauf verzichten und sich stattdessen nur das T-Shirt über die Nase ziehen.

Auch wenn solche improvisierten Masken zulässig sind, heißt das nicht, dass sie gut funktionieren. Ein simpler Test, den man zuhause machen kann, hilft herauszufinden, ob die selbstgemachte Maske effektiv ist.

Große Löcher in Textilien

Die Grundidee der Maske ist, dass die eigenen Aerosole weniger weit durch die Gegend geschleudert werden. Beim Husten, Niesen und Reden können die kleinen Teilchen, und mit ihnen das Virus, über 2 Meter weit fliegen. Auch beim normalen Atmen können sich die Aerosole über ein Meter weit verbreiten.

Eine Maske reduziert das, ähnlich wie wenn man sich beim Husten die Hand vor dem Mund hält. Die Luftströme gehen dann nicht so weit nach vorne, sondern eher nach oben und unten. Die Reichweite der Virenschleuder ist also reduziert.

In den sozialen Netzwerken kursieren dazu Videos die zeigen, wie man diese Luftströme sichtbar macht. Dazu beobachtet man einen Menschen beim Vaping, also dem Rauchen einer E-Zigarette. Er atmet den Rauch ein, setzt dann die Maske auf und atmet den Rauch aus.

So bekommt man eine Vorstellung davon, an welchen Stellen der Maske die Atemluft entweicht. Allerdings hat dieser Test ein Problem. Die Partikel beim Vaping sind 0,1 bis 3 Mikrometer groß. Die Viruspartikel sind aber lediglich 0,08 Mikrometer groß. Ein Stoff, der den Vaping-Rauch nicht nach vorne entweichen lässt, könnte trotzdem zu durchlässig für die Viruspartikel sein.

Der Kerzen-Test

Forscher empfehlen deshalb einen zweiten Test. Dazu braucht man lediglich eine Kerze. Man setzt sich die Maske auf und versucht die Kerze auszublasen, die weniger als einen halben Meter entfernt ist. Warum die Kerze nicht einen „Babyelefanten“ weg steht? Weil man die Maske in Situationen tragen soll, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, wie etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Lässt sich die Kerze einfach ausblasen, ist der Stoff oder die Bauart laut den Forschern nicht geeignet. Das betrifft viele Textilien, wie Halstücher, Schals und eben auch T-Shirts. Der Stoff für normale Kleidung hat üblicherweise Lücken in den Fasern, die zwischen einem und 0.1 Millimeter groß sind – das ist in etwa 1.000-mal größer als ein Viruspartikel.

Desto schwerer sich die Kerze ausblasen lässt bzw. desto weniger sie sich bewegt, umso besser erfüllt die Maske ihre Funktion. Hat man keinen Stoff zuhause, der dicht genug ist, kann man noch versuchen mehrere Lagen Stoff übereinander zu verwenden.

Die Forscher betonen nochmals, dass dieser Test die eigentliche Funktion eines Mund-Nasen-Schutzes überprüft: Er soll verhindern, dass man andere ansteckt. Wenn man sich selbst vor einer COVID-19-Ansteckung schützen will, soll man Menschenansammlungen vermeiden, sich nicht ins Gesicht fassen und oft und gründlich die Hände waschen.

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