WLAN in ICE-Zügen

© APA/dpa/Soeren Stache / Soeren Stache

Science
10/24/2019

Software-Trick erhöht WLAN-Reichweite um 60 Meter

Forschern ist es gelungen, die Reichweite von Funksignalen mit einem Software-Update zu vergrößern.

Ein schwaches WLAN-Signal in den eigenen vier Wänden ist ein Ärgernis, wenn man E-Mails checken, im Internet surfen oder einen Film streamen möchte. Wenn die smarte LED-Lampe, der Heizkörper im Kinderzimmer und andere Smart-Home-Geräte vom Internetsignal abhängig sind, kann es aber schnell ungemütlich werden. Forscher der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah haben ein Software-Protokoll entwickelt, das die WLAN-Reichweite drastisch erhöht.

Mehr als 60 Meter

WLAN-fähige Geräte konnten den Tests zufolge im Vergleich zu herkömmlichem WLAN um bis zu 67 Meter weiter weg angesteuert werden. "Die wirklich coole Sache bei dieser Technologie ist, dass alles über Software passiert. Theoretisch könnte man das Protokoll auf praktisch jedem WLAN-fähigen Gerät mit einem einfachen Software-Update installieren", erklärt Studienautor Phil Lundrigan.

Das neue Protokoll wurde auf den Namen "On-Off Noise Power Communication" (ONPC) getauft und setzt quasi auf bestehenden WLAN-Protokollen auf. Normales WLAN braucht Funkverbindungen von zumindest einem Megabit pro Sekunde, fällt die Rate darunter, wird die Verbindung gekappt. Durch das neue Protokoll wird die Verbindung zwischen Router und Gerät bei Mini-Durchsatzraten von einem Bit pro Sekunde aufrecht erhalten.

Sensor aus- und einschalten

Das hilft zwar wenig bis gar nichts, um im toten Internetwinkel im Web zu surfen. Wenn es aber nur darum geht, eine Glühbirne aus- und einzuschalten, ein Garagentor zu öffnen oder der Station rückzumelden, dass das Smart-Home-Gerät funktioniert, aber sich außerhalb einer brauchbaren Internetverbindung befindet, reicht das eine Bit pro Sekunde aus. Die Forscher konnten das Signal stets aus dem Umgebungsrauschen identifizieren und klar dem Smart-Home-Gerät zuordnen - eine Aufgabe, die man dem WLAN-Router einprogrammieren könnte.

Die Erfindung könne auch problemlos auf andere Funktechnologien wie Mobilfunk und Bluetooth angewendet werden und dafür sorgen, dass IoT- bzw. Smart-Home-Geräte ansteuerbar bleiben, selbst wenn sie im normalen WLAN- oder Funknetz die Verbindung verlieren würden.