© NASA/SpaceX

Science
06/14/2020

Space Shuttle versus Crew Dragon: Astronauten ziehen Vergleich

Die Astronauten des ersten bemannten Flugs mit dem Crew Dragon sind zuvor mit dem Space Shuttle ins All geflogen.

Ende Mai brachte der Crew Dragon die US-Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken zur Internationalen Raumstation ISS. Es war das erste Mal seit 9 Jahren, dass wieder ein bemannter Flug von US-Boden aus startete. Bis dahin flogen die Astronauten mit russischen Sojus-Kapseln zur ISS.

Davor war das Space Shuttle das Transportmittel der Wahl ins All, bis das Programm 2011 eingestellt wurde. Hurley und Behnken sind damals 2-mal mit dem Space Shuttle gestartet. Jetzt berichten sie auf spaceflightnow.com von ihren Flugerfahrungen mit dem Crew Dragon und wie sich das Raumschiff zum Space Shuttle unterscheidet.

Pure Flugmaschine

Beide loben das Schubverhalten der Falcon 9, die den Crew Dragon ins All schoss. „Für mich war es toll, wie gut wir die Beschleunigung der Merlin-Triebwerke spüren konnten. Wir haben definitiv gefühlt, als wir die Schallmauer durchbrochen haben“, sagt Hurley: „Wir mussten dazu nicht mal auf die Geschwindigkeitsanzeige schauen. Man wusste es einfach, weil sich die Rakete so anfühlte. Es ist eine sehr pure Flugmaschine.“

Im Vergleich zum Space Shuttle war der Start sanfter. „Beim Space Shuttle hatten wir Festbrennstoff-Booster. Diese haben in den ersten zweieinhalb Minuten sehr ruppig gebrannt. Der Flug mit der Falcon 9 war viel gleichmäßiger“, sagt Hurley. Das liegt daran, dass die Falcon 9 einen Flüssigbrennstoff nutzt, der gleichmäßiger verbrennt.

Nach der ersten Stufe

Der Flug blieb allerdings nicht so ruhig. Die Beiden hatten die Erfahrung gemacht, dass der Flug mit dem Space Shuttle ruhiger wurde, sobald die Booster abgekoppelt und die Haupttriebwerke des Shuttles aktiviert wurden.

„Nach dem sanften Start mit der Falcon 9 dachten wir, aufgrund der Erfahrungen mit dem Shuttle, dass es so weitergehen wird. Dragon hat sich aber mit Druck weiter bis in den Orbit geschoben“, sagt Hurley: „Es waren etwas weniger G-Kräfte als beim Space Shuttle. Aber der beste Weg um es zu beschreiben ist, dass der Flug etwas lebhafter war.“

Fahren auf einer Schotterstraße

Als negativ hat Hurley das aber nicht wahrgenommen. „Wenn sich die erste Stufe löst, wechseln wir von grob 3 G auf 0 G. Dann starten die Merlin-Vakuumtriebwerke und wir beschleunigen nochmal 5 bis 6 Minuten, bis wir im Orbit sind. Für mich war das das Highlight des Aufstiegs. Es war so anders als beim Space Shuttle: Erst sanft, dann wurde es ein wenig ruppiger.“

Hurley beschreibt diesen Aufstieg als schnelles Fahren auf einer Schotterstraße. „Es gibt ein paar Vibrationen, nichts unangenehmes. Aber man merkt definitiv, dass man ein starkes Triebwerk im Rücken hat. Nach der Rückkehr zur Erde wird es interessant sein mit SpaceX zu besprechen, warum diese Phase holpriger war als beim Space Shuttle.“

SpaceX Demo-2 docking to ISS

Tanken und docken

Behnken beschreibt den Unterschied zum Space Shuttle so: „Der größte Unterschied sind die Dynamiken, die involviert sind, wie die Vibrationen und diese Erfahrung tatsächlich auf einer Rakete zu reiten.“

Aber nicht nur im All, sondern auch am Boden gab es Unterschiede. Beim Space Shuttle beginnt das Betanken schon, wenn die Astronauten bei der Startplattform eintreffen. Beim Crew Dragon beginnt das Betanken, wenn die Astronauten an Bord sind: „Alle diese Geräusche von den Ventilen zu hören und die Vibrationen zu spüren, die mit dem Betanken verbunden sind, waren neu für uns“, sagt Behnken.

Beim autonomen Andock-Manöver an die ISS gab es ebenfalls einen kleinen Unterschied. „Es war viel sanfter, als wir erwartet hätten“, sagt Hurley: „Was für uns beide bemerkbar war, ist, dass wir das Andocken nicht mal gespürt haben. Beim Space Shuttle gab es einen kleinen Ruck.“

Bequeme Raumanzüge

Die beiden loben auch die Raumanzüge, die SpaceX für die Astronauten angefertigt hatte. „Sie sind an uns angepasst und sehr bequem“, sagt Hurley. „Wir geben den Anzügen eine 5-Sterne-Bewertung“, ergänzt Behnken.

Sie merken zudem an, dass es in der Schwerelosigkeit viel einfacher war die Anzüge an- und auszuziehen, als auf der Erde. Voraussichtlich im Juli oder August werden Hurley und Behnken wieder in die Anzüge schlüpfen. Dann sollen sie mit dem Crew Dragon, den sie beim Start Endeavour genannt haben, wieder zurück zur Erde fliegen.

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