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Science
05/03/2019

SpaceX bestätigt Zerstörung von Crew-Dragon-Kapsel bei Test

Nach einer "Anomalie" beim Zünden von Triebwerken explodierte genau jene Raumkapsel, die im März an der ISS andockte.

Was vor einigen Tagen bereits durch ein Video durchgesickert ist, ist nun Gewissheit: SpaceX hat bei einem Bodentest eine seiner Crew-Dragon-Raumkapseln verloren. Die für bemannte Raumflüge entwickelte Kapsel explodierte aufgrund einer "Anomalie" auf einem Teststand. Es handelte sich um genau jene Kapsel, die im März an der internationalen Raumstation ISS angedockt hat.

Eine halbe Sekunde

SpaceX und die NASA sind nun dabei, den Vorfall vom 20. April zu untersuchen. Die genaue Ursache für die Explosion wurde noch nicht gefunden, teilt Hans Koenigsmann von SpaceX in einer Aussendung mit, wie CNBC berichtet. Bei dem Test ging es darum, die Triebwerke der Crew Dragon zu testen. Zunächst wurden die so genannten Draco-Triebwerke für das Manövrieren im Weltraum getestet. Dabei funktionierten alle Systeme normal.

Danach ging es an das Zünden der SuperDraco-Triebwerke. Diese stärkeren Triebwerke dienen unter anderem dafür, die Kapsel bei einer Raketen-Fehlfunktion schnell von der Trägerrakete weg zu befördern (Launch Escape System), sollen aber auch das Aufsetzen der Kapsel bei einer Landung sanfter gestalten. Kurz bevor die Triebwerke gezündet wurden, wurde eine "Anomalie" festgestellt. Eine halbe Sekunde später explodierte die gesamte Raumkapsel.

Beschwichtigung

Bei dem Vorfall wurden keine Menschen verletzt. Von einer Aufklärung des Vorfalls wird jedoch der weitere Zeitplan der Crew Dragon abhängen. Die parallel stattfindenden Versorgungsflüge zur ISS mit Cargo-Dragon-Kapseln sind davon nicht betroffen. Sie besitzen keine SuperDraco-Triebwerke.

"Ich möchte betonen, dass diese Anomalie während eines Test aufgetreten ist, nicht während eines Fluges", beschwichtigt Koenigsmann beunruhigte Beobachter der Bemühungen von NASA und SpaceX, den Astronautentransport zur ISS wieder in US-amerikanische Hände zu legen.

"Werden Lektionen lernen"

"Wenn so etwas schon passiert, dann ist es gut, wenn es am Boden passiert", meint Koenigsmann. Dort könne man viel mehr Daten sammeln und auswerten als bei Testflügen. "Wir werden unsere Lektionen lernen. Ich bin mir sicher, sie werden uns dabei helfen sicherzustellen, dass Crew Dragon eines der sichersten Raumfahrzeuge für Menschen sein wird, das jemals hergestellt worden ist."