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Science

Sucharit Bhakdis Corona-Thesen als größter Unfug ausgezeichnet

Bereits zum 10. Mal wurde in Wien "Das Goldene Brett vorm Kopf" verliehen, der Satirepreis für den größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres. All die Thesen, Aussagen und Behauptungen rund um die Coronavirus-Pandemie machten die Entscheidung für die Jury ausgesprochen schwer. 

Besonders hervorgetan hat sich dabei aber der ehemalige Arzt Sucharit Bhakdi. Seine verharmlosenden, wissenschaftlich unhaltbaren Thesen zur Corona-Pandemie wurden schließlich mit dem Hauptpreis bedacht.

Sucharit Bhakdi

"Sucharit Bhakdi fiel seit Monaten immer wieder mit Aussagen auf, die dem Konsens innerhalb der Wissenschaft widersprechen: Es werde keine zweite Welle geben, der Großteil der Bevölkerung sei längst immun, man solle doch die Masken abnehmen", heißt es in der Begründung der Jury. Noch nie habe es einen Kandidaten gegeben, auf den das "Goldene Brett vorm Kopf" so perfekt gepasst habe wie auf ihn.

Bhakdi steht für "False Balance"

"Sein Buch "Corona Fehlalarm?" wurde zum Bestseller – und Bhakdi selbst wurde zum beliebten Interviewpartner und zum Dauergast in Corona-Diskussionssendungen", heißt es in einer Aussendung der Wiener Regionalgruppe der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), die den Negativpreis vergibt.

Demonstrations against Corona restrictions in Konstanz

Auf einer Querdenker-Demo im Oktober

"Sucharit Bhakdi illustriert ein verbreitetes Phänomen, das oft als 'False Balance' bezeichnet wird: In den Medien versucht man gerne, unterschiedlichen Meinungen ähnliches Gewicht zukommen zu lassen. Wenn eine Meinung präsentiert wird, soll auch die Gegenmeinung Platz finden. Das ist sinnvoll, wenn beide Meinungen berechtigt sind. Wenn aber eine Meinung auf wissenschaftlichen Fakten beruht und die andere nicht, dann darf man nicht so tun, als befänden sich beide auf Augenhöhe", schreibt die Jury.

KenFM für Lebenswerk ausgezeichnet

"Das Goldene Brett fürs Lebenswerk" geht an das Web-Projekt KenFM von Ken Jebsen. Er hat sein Sprachrohr KenFM, das als Radiosendung begann und dann ins Internet abwanderte, zu einer Institution entwickelt.

"Auf KenFM scheint es keine Berührungsängste mit kruden Verschwörungstheorien zu geben: Von den Charlie-Hebdo-Anschlägen, die angeblich inszeniert waren, über George Soros und Bill Gates, die angeblich die Welt fest im Griff haben, bis hin zu verstörenden Aussagen über den Holocaust", heißt es von den Initiatoren.

Der YouTube-Kanal von KenFM wurde übrigens Ende Oktober von YouTube gesperrt. Ende November wurde auch der YouTube-Kanal von Sucharit Bhakdi gelöscht.

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