Science 15.07.2016

US-Army prüft genmodifizierte Spinnenseide für Panzerung

© Bild: dpa/Uli Deck

Ein US-Unternehmen, das mit genetisch veränderten Seidenraupen Spinnenseide produziert, hat einen Vertrag mit der US-Army unterschrieben. Das Material könnte Kevlar ergänzen.

Spinnenseide gehört zu den widerstandsfähigsten Materialien, die in der Natur vorkommen. Das US-Unternehmen Kraig Biocraft hat einen Weg gefunden, Seidenraupen genetisch so zu verändern, dass sie eine Faser produzieren, die Eigenschaften bestimmter Spinnenseidearten aufweist. Das "Dragon Silk" getaufte Material wird jetzt von der Army getestet, wie defenseone berichtet. Es könnte in Zukunft als Ergänzung zu Kevlar in schusssicheren Westen eingesetzt werden. Spinnenseide hält zwar nicht ganz so hohen Zugkräften stand, ist aber um 30 bis 40 Prozent elastischer.

Der Grund für die komplizierte Produktionsweise liegt in der Tatsache, dass sich Spinnen kaum für die industrielle Seidenproduktion eignen. Seidenraupen sind schlicht einfacher zu halten. Deshalb haben die Kraig-Forscher bestimmte Stücke des Genoms von Spinnen in Seidenraupeneier eingebracht. Dadurch produzieren die Tiere später Spinnenseide. Die Army bezahlt Kraig Biocraft 100.000 US-Dollar, um eine Reihe von Materialproben auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Projektile zu testen. Wenn die Versuche gut laufen, könnte der Vertrag auf eine Million Dollar ausgeweitet werden.

( futurezone ) Erstellt am 15.07.2016