Science
06.11.2016

Warum das James-Webb-Teleskop noch cooler als Hubble ist

Während das Weltraumteleskop „Hubble“ vor allem im optischen und ultravioletten Bereich arbeitet, soll das „James Webb“-Teleskop im Schwerpunkt Infrarotwellen wahrnehmen.

Das heißt, es wird noch weiter in die Vergangenheit des Universums zurückschauen können. Außerdem verbergen sich junge Sterne oft hinter einer Staubwolke, die sichtbares Licht nicht durchdringen kann, Infrarot jedoch schon. Lieferte „Hubble“ also Bilder aus der Kindheit des Universums, wird „Webb“ Einblicke in dessen Babyphase erlauben, hoffen die Forscher. (Hier geht es zum futurezone-Interview mit einem beteiligten Wissenschaftler.)

Während „Hubble“ mit einem festen Spiegel von 4,5 Quadratmetern und 14,5 Metern Länge noch in einen großen Lasteranhänger passte, erreichen bei „Webb“ sowohl Ausmaß als auch Aufbau neue Dimensionen. So ist die 25 Quadratmeter große Spiegelfläche aus 18 sechseckigen Modulen zusammengesetzt, die eine absolut plane Fläche darstellen müssen. Das so großflächig gesammelte Licht wird dann in einem zweiten Spiegel reflektiert und zur Kamera und den anderen wissenschaftlichen Instrumenten gelenkt.

Während „Hubble“ in nur 570 Kilometern Höhe um die Erde kreist, wird Webb rund 1,5 Millionen Kilometer weit ins All fliegen. Dort soll das Teleskop um den sogenannten Lagrange-2-Punkt kreisen, der sich auf einer Verlängerung der Sonne-Erde-Achse befindet. Eine Nachjustieren oder Reparieren durch Astronauten via Space Shuttle ist bei „Webb“ - anders als es bei „Hubble“ der Fall war - also nicht möglich.