Start-ups
10.07.2018

Pocketdefi: Grazer Start-up liimtec ist insolvent

Es hätte der kleinste Defibrillator der Welt werden sollen, stattdessen wurde nun die Schließung des Unternehmens angeordnet.

"Bei der Wiederbelebung zählt jede einzelne Minute", ist auf der Homepage des Grazer Start-ups liimtec zu lesen, das den kleinsten Defibrillator der Welt entwickelt hat. Nun benötigt das 2015 gegründete Unternehmen wegen finanzieller Schwierigkeiten offenbar selbst eine Wiederbelebung. Das zuständige Landesgericht für ZRS in Graz hat über die liimtec GmbH ein Konkursverfahren eröffnet und schließlich am 4. Juli die Schließung des Unternehmens angeordnet.

Die Verbindlichkeiten sollen rund 360.000 Euro betragen. Demgegenüber wurden die Aktiva auf rund 271.600 abgewertet, schreibt der Alpenländischen Kreditorenverband: "Eine Verifizierung wird hier erst zu erfolgen haben, zumal die Werthaltigkeit insbesondere der Prototypen inkl. der entsprechenden Dokumentation erst abzuklären sein wird." Für die Serienentwicklung und Markteinführung des Pocketdefi wären jedoch rund 2,5 Millionen Euro erforderlich gewesen. Zuletzt beschäftigte liimtec, neben dem Geschäftsführer und Firmengründer Jasper Ettema, sechs Mitarbeiter.

"Wir kämpfen weiter"

Da das Produkt selbst noch nicht Marktreif ist, können damit auch keine Einkünfte erzielt werden, erklärt Ettema gegenüber Trending Topics. Die Crowdfunding-Kampagne sei zwar erfolgreich gewesen, für die Finanzierung des Projekts schlussendlich aber zu wenig. Dazu kamen noch zwei Förderabsagen und damit der Absprung von Investoren. "Wir kämpfen weiter an der Realisierung des Konzepts, aber wissen noch nicht, ob und wie es nach dem Sommer wirklich weitergeht", so Ettema.

"Eine Sanierung dürfte offenbar nicht angestrebt werden. Vielmehr besteht die Absicht das Unternehmen kurzfristig fortzuführen und nach Möglichkeit das Anlage- und Umlaufvermögen bestmöglich zu verwerten", schreibt der Alpenländischen Kreditorenverband.