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Raketenwerfer im Gepäck war harmlos, Fluggast machte alles richtig

Auf dem San Antonio International Airport in Texas wurde vor einigen Tagen ein Raketenwerfer im Gepäck eines Passagiers entdeckt. Die Transportsicherheitsbehörde TSA konfiszierte den 84mm Carl Gustaf und untersagte einen Transport per Passagierflugzeug.

Der Vorfall sorgte für ziemliches Aufsehen, weil die TSA einige Tweets und Fotos von dem eher ungewöhnlichen Gepäckstück verbreitete. Wie sich nun herausgestellt hat, war alles ein Irrtum und der Fluggast hätte mit seinem Raketenwerfer reisen dürfen.

Nicht grundsätzlich verboten

Auf US-Inlandsflügen ist es nämlich nicht grundsätzlich untersagt, Feuerwaffen im Gepäck zu transportieren. Dafür müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt werden - beispielsweise muss die Waffe sicher verstaut beziehungsweise darf die Waffe nicht einsatzfähig sein. 

Bei dem Vorfall am San Antonio International Airport in Texas hatte der Fluggast all diese Bedingungen erfüllt. Es handelte sich nicht mal um eine funktionsfähige Waffe - sie war demilitarisiert, kann also nicht mehr abgefeuert werden. Sie war korrekt im aufgegebenen Gepäck. Er hatte der Fluglinie das ungewöhnliche Gepäckstück gemeldet, plus die nötigen Dokumente überreicht, die bestätigen, dass der Raketenwerfer demilitarisiert ist.

Einen Tag später und nachdem bereits zahlreiche Medien über den beschlagnahmten Raketenwerfer berichtet hatten, tweetete die TSA eine Korrektur:

Den Fehler gesteht die TSA aber natürlich nicht ein. Sie gibt zwar zu, dass der Passagier alles richtig gemacht hat, die TSA aber nicht informiert wurde. In diesem Fall dürfte also die Fluglinie Schuld gewesen sein. Eine Entschuldigung dafür, dass die TSA vorschnell über den Raketenwerfer getweetet hat, ohne die Sachlage zu klären, gibt es aber nicht.

Auch auf Nachfrage zeigt sich die TSA uneinsichtig. The Drive wollte wissen, warum der Passagier fliegen konnte, nachdem er am Flughafen die Ungefährlichkeit des Raketenwerfers bestätigt hat, aber der Raketenwerfer nicht ins Flugzeug durfte. "Der Reisende hat der TSA nicht genügend Zeit gegeben, um die Echtheit der übermittelten Information zu überprüfen. Reisende sollten ein bis 2 Tage zuvor die TSA kontaktieren und die Dokumente für solche Waffen oder ähnlichen Gegenstände übermitteln. In diesen Tagen mit Computern und Grafiken, müssen Beamte des TSA solche Dokumente überprüfen", so ein Sprecher der TSA.

Der Mann war übrigens unterwegs nach Las Vegas, zur Shot Show. Das ist eine der größten Waffenmessen der Welt, die diese Woche stattfindet. Er wollte dort den demilitarisierten Raketenwerfer auf einem Messestand ausstellen.

So viele Schusswaffen konfisziert wie noch nie

Im vergangenen Jahr 2022 hat die TSA an US-Flughäfen eine Rekordzahl an Schusswaffen konfisziert. Insgesamt waren es 6.542 Schusswaffen, von denen 88 Prozent geladen waren. Ein Raketenwerfer sei da eher selten dabei, erklärte die Transportsicherheitsbehörde.

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