Dyson entwickelt nur noch Akku-Staubsauger

Der britische Hersteller setzt komplett auf Akku-Betrieb und will künftig nur mehr kabellose Geräte verkaufen.

25 Jahre, nachdem Dyson seinen ersten Staubsauger auf den Markt brachte, stellt der britische Konzern endgültig die Weichen für eine kabellose Zukunft. Mit dem am Dienstag in Paris vorgestellten Gerät Cyclone V10 wurde ein neuer kabelloser Staubsauger vorgestellt, der mit einem verbesserten Motor und längerer Akku-Leistung herkömmliche Bodenstaubsauger - auch die des eigenen Unternehmens - komplett ersetzen soll. Damit setzt Dyson einen Schritt, den das Unternehmen bereits Ende 2015 im Gespräch mit der futurezone anklingen lassen hat.

Aus für Bodenstaubsauger

Gründer James Dyson sagte, dass der Zeitpunkt für sein Unternehmen nun gekommen sei, nicht mehr in kabelgebundene Staubsauger zu investieren. Schon in den vergangenen Jahren hatte die britischer Firma mehr kabellose Geräte als kabelgebundene erzeugt. Bis vor kurzem war - abgesehen von der Saugleistung - vor allem die Akkudauer der Engpass.

Der für den V10 von Grund auf neu entwickelte Motor sowie ein neuer Akku-Pack, der 7-Zellen-Lithium-Ionen-Batterien umfasst, sollen nun eine Betriebsdauer von 60 Minuten garantieren, was laut Dyson auch für größere Wohnungen ausreichend ist. Ob der V10, der in diversen Varianten angeboten wird, sich tatsächlich mit den Bodenstaubsaugern messen kann, wird sich in der Praxis zeigen. Denn die 60 Minuten beziehen sich auf die niedrigste Saugstufe. Bei höchster Saugstufe und rotierendem Aufsatz ist schon nach 5 Minuten Schluss - laut einem Dyson-Entwickler ist dieser Modus für normales Staubsaugen aber nicht notwendig.

Neuer digitaler Motor

Dyson zufolge hat die Entwicklung des neuen Motors, der 14 Zyklone verbaut hat, fünf Jahre lang gedauert. Er schafft 125.000 Umdrehungen pro Minute und soll 20 Prozent mehr Saugkraft als das bisherige Spitzenmodell V8 aufweisen. Gleichzeitig konnte das Gewicht des Motors um die Hälfte gesenkt werden, was die längerfristige Bedienung ebenfalls vereinfachen soll. Das große Modell, das 40 Prozent mehr Behältervolumen aufweist, ist dadurch aber dennoch schwerer als der Vorgänger-Staubsauger V8.

Auch die Intelligenz des Motors wurde weiter verbessert. Sensoren können feststellen, wie hoch Temperatur und Luftdruck sind. Auch Höhenunterschiede - etwa ob der Staubsauger am Boden oder als Handstaubsauger auf einem Tisch verwendet wird, werden gemessen. Der Motor passt den Betrieb an diese Begebenheiten an.

Investitionen in Akku-Technologie

Die Ankündigung, sich künftig ganz auf den Akku-Staubsaugermarkt zu konzentrieren, kommt wenige Wochen, nachdem Dyson ausgezeichnete Marktzahlen präsentieren konnte. So stieg der Umsatz im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. Auch der Gewinn stieg stark - um 27 Prozent auf 961 Millionen Euro. Neben Staubsaugern, Haar- und Händetrocknern sowie Heiz- und Kühlgeräten will der Konzern in wenigen Jahren auch Elektroautos herstellen und investierte dafür kräftig in die Entwicklung von Feststoffakkus, die eine weitaus größere Reichweite versprechen.

Während global gesehen die akkubetriebenen Geräte von Dyson zum zweiten Mal in Folge die am meisten verkauften Staubsauger waren, ist das Marktpotenzial in Deutschland und Österreich weiterhin groß. Dem Unternehmen zufolge ist die Haushaltsabdeckung der seit 2011 verwendeten Geräten immer noch bei unter zehn Prozent. Das gerade vorgestellte Modell Cyclone V10 ist ab 6. März im Handel erhältlich. Die neue Technologie hat allerdings auch ihren Preis. Der unverbindliche Preis zum Verkaufsstart ist mit 569 Euro für das Einsteigermodell angegeben und kostet damit mehr als das bisherige kabelgebundene Highend-Modell Cinetic Big Ball Absolute 2.

Die Vorgängermodelle V8 und V7, aber auch die aktuellsten Modelle der kabelgebundenen Staubsauger will Dyson noch eine Zeit lang weiterverkaufen. Der Abschied vom Kabel ist aber definitiv beschlossene Sache, wie der Sohn des Firmengründers, Jake Dyson, bei der Präsentation in Paris bestätigte.

Martin Stepanek 06.03.2018