Science

Autonomes Schiff "Mayflower" soll 2021 Atlantik überqueren

Die "Mayflower" gilt als eines der prominentesten Beispiele für die Besiedelung Nordamerikas durch europäische Auswanderer. 1620 brachte das Segelschiff 100 so genannte "Pilgerväter" von Plymouth nach Massachusetts. Zum 400sten Jahrestag der Überfahrt sollte erstmals ein vollautonomes Schiff die Atlantiküberquerung bewältigen. Durch Verzögerungen soll das Projekt nun 2021 stattfinden.

Kapitän mit KI

Wie das Wall Street Journal berichtet, steht die Non-Profit-Organisation Promare hinter dem Projekt, dessen Kernstück ein Trimaran namens "Mayflower" ist. IBM stieg in das Projekt ein und übernimmt die Entwicklung eines virtuellen Kapitäns, der dank künstlicher Intelligenz die Tücken der Seefahrt meistern soll.

Neue Herausforderungen

Autonome Schiffe sind gegenüber autonomen Fahrzeugen an Land mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Einerseits bietet das Meer eine große, großteils freie Fläche, weniger Hindernisse und vor allem keine Menschen, deren Verhalten im Verkehr man berechnen müsste. Andererseits ist die Seefahrt nicht ungefährlich, wovon zahlreiche pro Jahr verlorene Schiffe zeugen. Stürme, Wellen, Treibgut und andere Schiffe müssen erkannt werden. Die Kommunikation zwischen Schiffen läuft dazu in weiten Teilen über Funk ab.

Große Hoffnungen

"Ja, der Ozean ist eine weite Ausdehnung von Nichts", sagt Don Scott, CTO bei Schiffskonstrukteur Marine AI. "Aber es ist eine unglaublich dynamische Ausdehnung von Nichts." Auf autonomen Schiffen ruhen dennoch große Hoffnungen für die Zukunft. Man kann dadurch Risiken für Crews minimieren, lange Missionen durchführen und wissenschaftliche Aufgaben erledigen lassen.

U.a. sollen autonome Schiffe dazu eingesetzt werden, um den Meeresboden zu kartografieren, dessen genaue Beschaffenheit der Menschheit erst zu 20 Prozent bekannt ist. Um Transporte in großem Maßstab, wie sie derzeit noch von großen Container- und Tankschiffen erledigt werden, geht es in erster Linie noch nicht.

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