Science

Motion-Capture-Anzüge aus Avatar unterstützen Bewegungstherapie

Wissenschaftler*innen haben eine neue Methode entwickelt, um Patient*innen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit bei ihrer Behandlung zu unterstützten. Dabei werden Anzüge genutzt, die auch bei Motion-Capture für Filme wie Avatar zum Einsatz kommen.

Dort sorgen sie dafür, die blauen Aliens auf die Leinwand zu bringen. Sie ermöglichen es, die Bewegungen und Mimik von Schauspieler*innen aufzunehmen. Forscher*innen des Imperial College London und des UCL kombinierten das für ihre Studie mit künstlicher Intelligenz. So konnten sie die Effizienz von Behandlungen und Forschung an Krankheiten steigern, berichtet die BBC

Die Mediziner*innen können genaue Bewegungsmuster aufzeichnen und so verschiedene Stufen der Bewegungseinschränkung definieren. So lassen sich Vorhersagen über die weitere Entwicklung der Patient*innen machen. Erprobt wurde das in einer klinischen Studie mit Proband*innen, die 2 seltene Krankheiten haben: Friedreich-Ataxie (Erkrankung des zentralen Nervensystems) und Muskeldystrophie Duchenne (DMD). 

Suche nach Heilmittel

Mit der neuen Methode konnten schneller objektivere und genauere Daten über die Entwicklung der Patient*innen gesammelt werden. Beide Krankheiten sind derzeit unheilbar und führen langfristig dazu, dass die Erkrankten paralysiert sind.

Die Forscher*innen hoffen, dass die neue Methode dabei hilft, ein Heilmittel zu finden. Zudem ist die Analyse weniger invasiv. So kann z.B. mithilfe der KI die Menge des für Friedreich-Ataxie verantwortlichen Proteins bei Patient*innen ohne Blutabnahme berechnet werden.

Studienautor Aldo Faisal (rechts) mit einer Probandin, die den Anzug trägt

Bessere Bewegungserkennung

Die Analyse hilft auch dabei, schneller die Notwendigkeit neuer Therapiemethoden und Medikamente zu erkennen. "Sie erkennt unscheinbare Bewegungen, die Menschen bei klinischen Tests gar nicht wahrnehmen", erklärt Studienautor Aldo Faisal vom Imperial College in einem Statement.

Neben der Unterstützung dieser seltenen Krankheiten kann die Bewegungsanalyse auch bei Schlaganfallpatient*innen, in der Orthopädie oder bei Demenzerkrankten eingesetzt werden. Die Forschungsergebnisse erschienen im Fachmagazin Nature (FA und DMD)

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