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Corona-Krise: Offene Büros nach Ostern laut Forschern denkbar

Neue Modellberechnungen der TU Wien und des TU-Spin-Offs dwh haben ergeben, dass die Regierung das schrittweise Aufheben von Corona-Maßnahmen ab einem gewissen Zeitpunkt überlegen könnte. Eine weitere Einschränkung der Bewegungsfreiheiten der Bürger hätte dagegen kaum einen zusätzlichen Nutzen. "Man kann sich das vorstellen wie bei einem nassen Schwamm", erklärt Forschungsleiter Niki Popper. "Je mehr Druck man ausübt, umso mehr Wasser kann man herausdrücken. Aber irgendwann ist der Schwamm völlig komprimiert, und dann hat zusätzlicher Druck kaum noch eine Auswirkung."

Drei Szenarien berechnet

Würden die Schutzmaßnahmen sofort gänzlich aufgehoben, würde sich der sprichwörtliche Schwamm sofort wieder ausdehnen und eine zweite Corona-Welle sei zu befürchten. Dagegen könnte es ab einem gewissen Punkt in der Zukunft möglich sein, gewisse Schutzmaßnahmen langsam zurückzuziehen. Die Anzahl der Corona-Fälle würde dennoch nicht wieder ansteigen. Berechnet wurden drei Szenarien.

Entwicklung der Corona-Fallzahlen in Österreich in verschiedenen Szenarien laut TU Wien

Freizeitkontakte geben Ausschlag

Die derzeitige Ausgangslage mit geschlossenen Schulen und Arbeitsstätten würde über den Sommer zu einem kontinuierlichen Rückgang der Corona-Fallzahlen führen. Die Zahlen würden aber ebenso sinken, wenn Arbeitsstätten nach Ostern wieder geöffnet werden, während Schulen geschlossen bleiben und Freizeitkontakte weiter reduziert bleiben.

Werden Arbeitsstätten ab Ostern wieder geöffnet und Schulen ab dem 4. Mai auch wieder geöffnet, Freizeitkontakte blieben aber weiterhin reduziert, so würde es ebenfalls zu einem Rückgang kommen. Dieser wäre dann zwar langsamer, aber das Gesundheitssystem würde dennoch nicht überlastet werden.

Das dritte Szenario: Arbeitsstätten nach Ostern offen, Schulen ab 4. Mai, aber die Freizeitkontakte nur um 50 Prozent reduziert. In diesem Fall würde es zu einem erneuten Anstieg der Corona-Fälle kommen. Der Anstieg wäre zwar nicht explosiv, würde aber dennoch das Niveau der derzeitigen ersten Welle übertreffen.

Immer bessere Modelle

"Freilich sind langfristige Prognosen immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet", betont Niki Popper. "Es ist wichtig, die Modelle Woche für Woche weiter zu verbessern und an das neueste Datenmaterial anzupassen. Je mehr wir über die Ausbreitung von COVID-19 lernen, umso zuverlässiger wird auch unser Blick in die Zukunft sein."

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