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Science
03/20/2020

TU Wien berechnet, wann Corona-Maßnahmen gelockert werden können

Laut der Technischen Universität Wien zeigen die Maßnahmen zum Eindämmen der Verbreitung des Coronavirus Wirkung.

"Was die Modellrechnungen von TU Wien und dem TU Wien-Spin-Off dwh vor einer Woche vorhersagten, tritt nun ein: Kontaktreduktion bremst die Krankheitsausbreitung", heißt es in einer Aussendung der Technischen Universität Wien.

Als sich COVID-19 in Österreich auszubreiten begann, verdoppelte sich die Zahl der bestätigten Fälle alle 2 bis 2,5 Tage. In den vergangenen Tagen wurde dieser tägliche Zuwachs geringer. Nun sei von einer Verdopplungszeit im Bereich von 4 bis 6 Tagen auszugehen, schreibt die TU Wien

Berechnungen bestätigt

"Die meisten Menschen in Österreich haben sich zum Glück an die Empfehlungen gehalten und die Anzahl der zwischenmenschlichen Kontakte reduziert", sagt Niki Popper von der TU Wien. "Somit ist genau das eingetreten, was wir für diesen Fall vor einer Woche vorherberechnet hatten: Die Zahl der COVID-19-Fälle steigt zwar noch, aber der tägliche prozentuelle Anstieg hat sich reduziert. Wir sind auf einem guten Weg." 

Weitere Berechnungen

Nun wird die TU weitere Berechnungen durchführen, um die einzelnen bisher umgesetzten Maßnahmen zu evaluieren. Ebenso soll dabei abgeschätzt werden, wie und wann ein Zurücknehmen der Maßnahmen möglich sein wird.

"Wie schnell das geht, hängt von den Erfolgen in nächster Zeit ab. Wichtig ist, möglichst viele Menschen auf das Virus zu testen - entscheidend sind am Ende die gemessenen Zahlen, nicht Prognosen", sagt Popper. Die TU Wien arbeitet dafür mit der Medizinischen Universität und der Gesundheit Österreich GmbH zusammen.

Covid-19 ­ Tägliche Testungen

Die Dunkelziffer

Die große Unbekannte in den Berechnungen ist die Höhe der Dunkelziffer. Die Anzahl der Personen, die mit COVID-19 infiziert sind, ohne es zu wissen, sei für weitere Berechnungen und daraus ableitenden Maßnahmen von zentraler Bedeutung. "Einige Forschungsteams haben auch bereits versucht, diese Dunkelziffer abzuschätzen - das ist gut, aber natürlich sehr schwer", sagt Popper. Erste vielversprechende Überlegungen werden aktuell vom IHS angestellt, mit denen die TU Wien ebenfalls kooperiert.

Wenn doch deutlich mehr Menschen symptomlos infiziert worden sind, muss das nicht unbedingt eine schlechte Nachricht sein. Die Zahl der schweren Fälle, die im Krankenhaus betreut werden müssen, sei bekannt. Eine hohe Dunkelziffer könnte also bedeuten, dass der Anteil der schweren Fälle niedriger ist als bisher gedacht. Außerdem wäre man bei einer hohen Dunkelziffer dem Ziel der Herdenimmunität bereits näher. Dann würde es vielleicht nicht mehr so lange dauern, bis ausreichend viele Menschen gegen das Virus immun wären, heißt es von der TU Wien.