Science

Hubble fotografiert spektakuläres kosmisches Feuerwerk

Mitte des 19. Jahrhunderts leuchtete ein Stern am Nachthimmel auf, der in seiner Helligkeit nur von Sirius übertroffen wurde. Das Licht stammte vom 7500 Lichtjahre entfernten Sternensystem Eta Carinae. Früher kreisten darin möglicherweise drei Sterne umeinander, bis der größte Stern einen der kleineren schluckte. Daraufhin kam es zu einer riesigen Masseeruption, die bis heute sichtbar ist. Rund um Eta Carinae bildete sich der hantelförmige Homunculus-Nebel. Das Hubble-Weltraumteleskop konnte nun durch eine Aufnahme im Ultraviolett-Bereich neue Erkenntnisse zu der Explosion liefern.

150 Sonnenmassen

Wie die NASA beschreibt, kann man sich das, was auf der Aufnahme zu sehen ist, wie ein Feuerwerk in Zeitlupe vorstellen. Zwei riesige Blasen von Gas und Staub haben gemeinsam etwa eine Breite von 0,5 Lichtjahren erreicht. Dazwischen scheinen Lichtstrahlen des nunmehrigen Doppelsternsystems Eta Carinae durch. Die beiden Blasen enthalten zehn Mal so viel Masse wie die Sonne. Der Hauptstern von Eta Carinae kommt auf mehr als 150 Sonnenmassen.

Leuchtendes Magnesium

Auf der neuen Hubble-Aufnahme ist zu erkennen, dass bestimmte Gase, die bei der Eruption ins All ausgestoßen wurden, nicht an Orten sind, wo sie Astronomen vermutet hätten. Zwischen den beiden leuchtenden Staubblasen und einer Schicht aus Stickstoff (auf dem Bild in Rot) wurde eine Wolke aus leuchtendem Magnesium (blau) entdeckt. Das Magnesium entfernt sich mit hoher Geschwindigkeit vom Eruptionszentrum, und zwar in einem Bereich, der laut den Wissenschaftlern leer hätte sein sollen. Die neue Entdeckung verrät den Forschern mehr über die Mechanismen großer Sternenexplosionen.

Supernova kommt erst

Die gewaltige Eruption, die ab ca. 1840 sichtbar wurde, dürfte eine Art Nahtoderlebnis für Eta Carinae gewesen sein. Vernichtet wurde es dabei jedoch nicht. Eine Supernova könnte aber jederzeit folgen. Der schwerere Hauptstern des Systems befindet sich am Ende seiner Lebenszeit. Die Supernova, also die vollständige Zerstörung der Sterne, sollte in seinen Auswirkungen noch wesentlich dramatischer als die vorhergehende Eruption sein. Möglicherweise hat sie auch bereits stattgefunden, schreibt Phys.org. Sehen wird man dieses Ereignis auf der Erde allerdings erst in mehreren tausend Jahren.

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