Science

Neuartige Kamera zeigt, wie Tiere die Welt sehen

Schönheit liegt bekanntlich im Auge der Betrachter*innen. Das trifft aber nicht nur auf die individuelle Interpretation zu, sondern vielmehr auch auf die tatsächliche Zusammensetzung der Augen. Wie ein Lebewesen seine Umwelt sieht, hängt in erster Linie davon ab, wie die Fotorezeptoren der Sinnesorgane aufgebaut sind.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Arten. Manche Tiere haben eine Fotosensitivität, die auf Infrarot oder Ultraviolett angepasst ist. Manche Arten können polarisiertes Licht sehen, manche UV-Licht. Auch die Wahrnehmung der einzelnen Farben ist höchst unterschiedlich. 

Multispektrografische Methoden

Ein Forschungsteam an der Queen Mary University of London hat nun ein neuartiges Kamerasystem entwickelt, mit dem versucht wird, die Augen von verschiedenen Tieren nachzuahmen. Mithilfe multispektrografischer Methoden werden damit Bilder aufgenommen, die den Fotorezeptoren von Tieren nahekommen. 

Einzelne Kanäle werden getrennt aufgenommen

Das Kamerasystem nimmt Licht im blauen, grünen und roten sowie ultravioletten Spektrum auf. Die einzelnen Farbkanäle werden getrennt aber simultan aufgezeichnet. Auch das ultraviolette Licht wird von dem für das menschliche Auge sichtbare Licht getrennt aufgenommen. 

Anschließend werden die Daten von einer Software weiterverarbeitet - je nachdem, wie die Fotorezeptoren einer Art zusammengesetzt sind. Auf diese Weise lassen sich die Bilder für das menschliche Auge in etwa so darstellen, wie Tiere die Umgebung wahrnehmen. 

Kamera als Open-Source

Das Kamerasystem und die dazugehörige Software stellt das Forschungsteam als Open-Source zur Verfügung. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachmagazin "PLOS Biology".

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