So sehen Profile von Porno-Spambots aus

© Screenshot/ Tenable

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08/07/2019

Instagrams Problem mit Porno-Spambots wird schlimmer

Durch provokative Kommentare wird versucht, Instagram-Nutzer auf zwielichtige Dating- und Webcam-Seiten zu locken.

Wer Kommentare zu Instagram-Postings durchliest, wird vor allem auf Profilen von bekannten Persönlichkeiten öfter auf schlüpfrige Botschaften stoßen. Die oftmals mit diversen Emojis garnierten Beiträge versprechen Lesern enthüllte Körper und sexuelle Handlungen, wenn sie einem Link in der Biografie des jeweiligen Profils folgen.

Bots und große Hintern

Wie Engadget berichtet, werden gerade in jüngster Zeit Kommentare mit sehr ähnlichem Wortlaut verbreitet. "We gonne ignore the fact that I've GOT A HUGE BOOTY?" oder "DON'T LOOK at my STORY, if you don't want to M A S T U R B A T E!" steht etwa geschrieben. Die eigenartige Schreibweise dieser Postings zielt darauf ab, jenen Maßnahmen zu entgehen, die Instagram gegen die massenhafte Verbreitung solcher Botschaften getroffen hat.

Hinter den anzüglichen Kommentaren stehen Porno-Spambots, kleine Programme, die automatisch nach neuen Postings von Prominenten suchen, um die immer gleichen Kommentare zu hinterlassen. Da die Kommentare oftmals viele Likes erhalten (manche durch andere Bots, manche durch reale Instagram-Nutzer), scheinen sie relativ prominent in der Kommentar-Auflistung auf.

"Game of Thrones"-Zitate

Jene Personen, zu deren Fotos solche Kommentare hinterlassen werden, können sich kaum dagegen wehren. Es gibt zwar die Möglichkeit, einzelne Wörter festzulegen und Kommentare zu blockieren, in denen sie vorkommen, doch die Kreativität bei der Schreibweise von Begriffen kennt kaum Grenzen. Instagrams automatische Fake-Profil-Algorithmen kommen bei der Erkennung kaum nach. Ein besonders guter neuer Trick der Spambots ist das Einbauen von Buch-, Film- oder Serienzitaten. Dadurch wird offenbar der Anschein erweckt, es handle sich um eine reale Person. Beliebt sind etwa Zitate aus "Game of Thrones".

Vermittlung

Laut einem Bericht der Cybersecurity-Firma Tenable verstehen es die Programmierer von Porno-Spambots immer besser, ihre Inhalte erfolgreich zu verbreiten und sich monetäre Belohnungen bei den Betreibern dubioser Dating- und Webcam-Seiten abzuholen. Immer öfter treten die Bots auch per Direktnachricht in Kontakt mit echten Nutzern. Als besonders ertragreich gilt eine erfolgreiche Vermittlung dann, wenn ein von Instagram abgeholter Nutzer seine Kreditkartendaten hinterlässt - etwa bei der Registrierung auf einer Dating-Seite. Auf der Webseite werden dem Neukunden freilich hohe Abogebühren verrechnet.

Katz-und-Maus-Spiel

Solange Instagram solch eine hohe Nutzeranzahl habe (derzeit rund eine Milliarde), sei das Social Network attraktiv für die Betreiber von Porno-Spambots, schreibt Tenable. Die Taktiken von Betrügern und Instagram seien einem ständigen Wandel unterworfen. Die Jagd nach Spammern sei ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel.