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Apps
04/07/2019

Mit diesen Apps behältst du deine Daten im Griff

Beim Hantieren mit dem Smartphone fallen viele Daten an. Die Kontrolle über diese zu behalten ist dabei nicht immer leicht.

Das Smartphone als täglicher Begleiter hat sich für viele zum Schmelztiegel ihres Lebens entwickelt. Nirgends kommen so viele Daten über unser Leben zusammen wie auf den digitalen Rechtecken. Dass hierbei auch jede Menge sensible Inhalte gespeichert werden und bei der Nutzung zwangsläufig anfallen, ist dabei eine fast logische Folge. Kontakte, Fotos, Gesundheitsdaten, Banking und Co. sind nur einige Beispiele für die Unmengen an Daten, die sich auf einem Smartphone finden.

Zusätzlich zu den mehr oder weniger freiwillig eingespeisten Inhalten fallen außerdem noch jede Menge Daten an, die so mancher Nutzer nicht unbedingt speichern geschweige denn preisgeben möchte. Hunderte von Apps, ob nun Navis, Messenger, Webseiten oder vermeintlich harmlose Spiele sammeln im Hintergrund Daten von und über uns.

Von Bewegungsprofilen bis hin zu Vorlieben und Interessen wird fast alles via Tracker und Co. gespeichert. Und das oft ohne, dass wir etwas davon wissen. Während mit der Zeit immer wieder Datenskandale wie etwa im Falle Facebook für etwas Aufmerksamkeit gesorgt haben, fühlen sich viele Nutzer machtlos in den Händen der oft unsichtbaren Datenkraken. Dabei gibt es sehr wohl Apps, die helfen können, die eigene Privatsphäre zu schützen.

Firefox Focus

Unter den wichtigsten Apps für die meisten Smartphone-Nutzer ist der Browser. Mal schnell eine Nummer googeln, die Nachrichten lesen oder ein paar Videos schauen. All das lässt sich bequem über den Browser erledigen. Beim alltäglichen Surfen fallen aber jede Menge Daten an. Cookies, Tracker und Konsorten versuchen mit aller Macht jeden unserer Schritte im Internet zu verfolgen. Der von Mozilla entwickelte Browser Firefox Focus versucht hier einzugreifen.

Diese extra erhältliche Variante abseits des normalen Firefox bringt eine Reihe passender Zusatzfeatures mit. So sind unter anderem Blocker integriert, die sich um zu neugierige Seiten kümmern und versuchen, lästige Tracker abzuwimmeln. Außerdem ist unter anderem ein Button integriert, der mit einem Tippen den kompletten Browser säubert.

Verlauf und andere Spuren auf dem eigenen Gerät werden so unkompliziert entfernt. Netter Nebeneffekt der integrierten Blocker: durch die verminderte Anzahl an Abrufen wird das Datenvolumen geschont und gleichzeitig die Ladezeit einiger Seiten beschleunigt.

Firefox Focus ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

DuckDuckGo

Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann sich gleich eine ganze Suchmaschine als Browser holen. Der auf Datenschutz getrimmte Anbieter DuckDuckGo bietet hier eine eigene Lösung für Smartphones an. Ähnlich wie Firefox Focus kämpft der Enten-Browser gegen übermäßiges Tracking und blockiert schnüffelnde Werkzeuge standardmäßig. Außerdem zwingt der Browser Webseiten, sofern möglich, eine verschlüsselte Verbindung aufzubauen.

Die Suchmaschine von DuckDuckGo, die sich selbstverständlich auch in jedem anderen Browser aufrufen lässt, verspricht zusätzliche, keine Daten zu unseren Suchanfragen zu sammeln, speichern oder weiterzuverkaufen. Beim Ansteuern einer jeden Webseite bewertet der Browser außerdem die Seite mit einer Note von A bis F.

So bekommen wir schnell ein relativ gutes Bild, wie die Seite mit unseren Daten umgeht und welche Tracker vermeintlich eingesetzt werden. Mit einem Selbstzerstörungsknopf, mit dem sich alle Tabs und Daten löschen lassen, und der Möglichkeit, den gesamten Browser mit Fingerabdruck und Gesichtsscan zu schützen, rundet DuckDuckGo den geschützten Browser ab.

DuckDuckGo ist kostenlos für iOS und Android erhältlich.

Bouncer

Ein Problem, das mehr Android-Nutzer betrifft, ist das Handling von sogenannten Permissions. Jede App, die ihre Arbeit verrichten will, braucht mehr oder weniger Berechtigungen. Diese können beispielsweise die Ortungsdienste betreffen, oft sind es aber auch umfangreiche Zugriffsrechte auf Kontaktlisten, SMS-Inhalte und andere sensible Daten.

Je nach App mag die Vergabe dieser Permissions gerechtfertigt sein, wenn ein Spiel etwa nach dem Zugriff auf das Kontaktbuch fragt, darf man aber zurecht besorgt sein. Bouncer kann hier zumindest gegen das Dauer-Schnüffeln helfen. So übernimmt die App die Vergabe von temporären Berechtigungen. Haben wir einer App dann etwa Zugriff auf die Kamera gestattet, kann diese automatisch nach 15 Minuten zurückgezogen werden.

Bouncer entzieht der App dann einfach wieder die Rechte. Während Android Q in Sachen Berechtigungen einige Verbesserungen bringt, ist Bouncer weiter für das Langzeit-Management und Geräte ohne Updates eine interessante Lösung.

Bouncer ist um 0,89 Euro für Android erhältlich.

Group of people using their smart phones

VPNs

Wer nicht zu viele Daten preisgeben möchte, muss nicht nur kontrollieren was auf dem Gerät gespeichert wird, sondern auch was vom Gerät versendet wird. Besonders unterwegs laufen Nutzer immer wieder Gefahr, zu viel preiszugeben. Denn wer in öffentlichen Wifi-Hotspots surft, teilt sich diese in der Regel mit unzähligen anderen Nutzern. Dass hier auch mal Personen mit schlechten Absichten am Werk sind, ist keine Seltenheit. Um mehr Kontrolle zu erlangen empfiehlt sich ein VPN.

Ein verschlüsselter Tunnel schleust dann unsere verpackten Anfragen unleserlich durch das öffentliche Netzwerk und vermindert die Gefahr, dass andere hier eingreifen. Bezahlte VPNs wie ExpressVPN oder NordVPN bieten etwa die Möglichkeit, gegen ein monatliches Entgelt unzählige Server auf der ganzen Welt zu nutzen.

Mit Apps wie OpenVPN oder Wireguard und einem selbstgebastelten Server kann der VPN auch in die eigenen Hände genommen werden. Da wir hier unsere Daten in die Hände des VPNs legen sollten Anbieter aus externer Quelle aber genau geprüft werden. Welcher VPN am besten für einen selbst geeignet ist, lässt sich aber über diverse Listen herausfinden.

ExpressVPN (iOS | Android), NordVPN (iOS | Android), OpenVPN (iOS | Android) und Wireguard (iOS | Android) sind in den jeweiligen Stores erhältlich.

Glasswire

Wer die Kontrolle über seine Daten behalten möchte, hat meisten viel zu erledigen. Sofern wir kein App-loses Leben führen möchten, werden wohl oder übel immer wieder Daten unser Smartphone verlassen, die wir eigentlich lieber für uns behalten oder von denen wir gar nichts wissen.

Glasswire verspricht zumindest für Android-Nutzer mehr Kontrolle in dieser Angelegenheit. Neben einer kostenlosen Datenverbrauchsanzeige kümmert sich die App vor allem um die vielen Verbindungen, die Apps den ganzen Tag über mit ihren eigenen und Drittanbieter-Servern herstellen. Die Anwendung visualisiert dabei äußert anschaulich, wann welche App Daten versendet. Via Glasswire kann dann bequem eingestellt werden, ob Apps etwa gar keinen Zugriff mehr auf das Internet haben sollen oder beispielsweise nur via WLAN oder Mobilfunknetz kommunizieren dürfen.

Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten seitens iOS gibt es hier zwar (momentan) keine ähnliche App. Mit Guardian kündigt sich aber zumindest eine Lösung an, die mehr Einblick in Apple-Geräten liefern soll.

Glasswire ist kostenlos für Android erhältlich. Die Firewall ist nur im Abonnement verfügbar.

Fazit

Wer die Kontrolle über die eigenen Daten behalten möchte, hat es nicht unbedingt leicht. Webseiten spionieren hemmungslos und auch Apps fordern Informationen an, die sie eigentlich nichts angehen. Zwar werden wir wohl nie die volle Kontrolle erlangen, mit ein paar an Datenschutz orientierten Apps lassen sich aber zumindest einige Datenlecks in den Griff bekommen.