B2B
20.10.2018

Amazon Verkäufer zahlen für positive Bewertungen

Die Verbraucherorganisation Which? hat in einer verdeckten Untersuchung herausgefunden, wie zahlreiche Fake-Bewertungen zustande kommen.

Gratis oder vergünstigte Produkte oder auch Cashbacks für positive Bewertungen. Das scheint auf Amazon zum täglichen Geschäft zu gehören, wie jetzt die britische Verbraucherorganisation Which? aufdeckt. Die Deals werden von Verkäufern in verschiedenen Facebook Gruppen mit Namen wie „Amazon Deals Group“ geschlossen. Obwohl Which? für den Test ganz neue Facebook- und Amazon-Accounts angelegt hat, konnten dort relativ schnell fünf Interessenten gefunden werden.

Der Ablauf war immer der gleiche: Man wird aufgefordert, ein Produkt auf Amazon zu suchen und zu bestellen. In einigen Fällen wurden die Tester gebeten, sich zuvor ein paar ähnliche Angebote anzusehen, wohl damit das Nutzerverhalten natürlicher wirkt. Danach soll man eine Fünf-Sterne-Bewertung auf Amazon hinterlassen und dem Verkäufer einen Link davon schicken – per PayPal werde dann der Kaufpreis refundiert, ohne dass das Produkt zurückgeschickt werden muss. Die Kommunikation lief über den Facebook Messenger ab.
 

Krumme Geschäfte

Das Team von Which? hat zwei Bluetooth Kopfhörer, eine Smartwatch, ein Blutdruck-Messgerät und einen Signal-Blocker für Autoschlüssel bestellt. Weil die Produkte nicht überzeugend waren, wurden nur Zwei- bis Drei-Stern-Bewertungen abgegeben. Das Resultat: Zwei Verkäufer haben sich deswegen geweigert, den Kaufpreis zurückzuzahlen, einer war gar nicht mehr erreichbar. Ein Paar Bluetooth Kopfhörer sowie der Signal-Blocker wurden dagegen erstattet. Auf Nachfrage haben sowohl Facebook als auch Amazon gegenüber Which? versichert, dass solche Geschäfte gegen die Regeln verstoßen und zur Löschung des Accounts führen können. User sollen diese Aktionen deswegen am besten sofort melden.