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Massiver Ausbau: Was AT&S in Leoben plant

Der österreichische Leiterplattenhersteller AT&S wird seinen Standort in Leoben massiv ausbauen. Insgesamt 700 neue Arbeitsplätze entstehen, 500 Millionen Euro werden bis 2025 investiert. Aber wofür braucht man das neue Personal und die Geldspritze in Leoben? Einerseits ist ein zusätzliches Produktionsgebäude mit etwa 18.000 Quadratmetern geplant, andererseits die Vorproduktion für die Standorte in Asien. Bestehende Produktionsanlagen in Leoben sollen auch technologisch aufgestuft werden. Zusätzliche Infrastruktur wie Büroräume für die wachsende Anzahl an Mitarbeiter*innen ist auch geplant.

Mehr als die Fertigung von Leiterplatten

Es handelt sich nur um eine Produktionserweiterung, kündigt Aufsichtsratsvorsitzender Hannes Androsch an. In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen soll der Standort zu dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Firma werden. Die Firma werde nicht nur für die Produktion von Leiterplattenfertigung zuständig sein, sondern ein Lösungsanbieter für die globale Mikroelektronik-Industrie werden, meint CEO Andreas Gerstenmayer.

Ein IC-Substrat der AT&S AG

Der nächste Schritt ist die Produktion des Back-end für die Halbleiterindustrie - das sind die Herstellungsprozesse, nachdem alle Schaltkreise und Strukturen auf dem Wafer fertig sind. „Es gibt keine andere Firma in Europa, die das für die Halbleiter-Industrie zur Verfügung stellen kann“, so Gerstenmayer. Dafür brauche es Technologie-Entwicklung. So soll es ein Research & Development-Center geben. Außerdem wird es eine neue Kleinserien- und Prototypen-Produktion geben.

Innovationen auf drei Ebenen

Das AT&S-Forschungszentrum soll ein Ausgangspunkt für nachhaltiges Wachstum sein. Es soll Innovationen im Bereich der Technologie geben. Das reiche von neuen Fertigungs-, Material- und Equipment-Konzepten bis zur virtuellen Technologieentwicklung. Im Bereich der Produktentwicklung, erwarte man neue Packaging-Konzepte, energieeffiziente Lösungen bis hin zu Hochfrequenzsysteme. Gesamtheitlich soll sich das Geschäftsmodell verändern. Das Unternehmen möchte sein Portfolio erweitern und ein Technologie-Trendsetter in Europa sein, heißt es.

Von links: ÖVP-Wirtschaftslandesrätin, Barbara Ebinger-Miedl, CEO der AT&S AG, Andreas Gerstenmayer, ÖVP-Bundesministerin Margarete Schramböck und Aufsichtsratsvorsitzender der AT&S AG Hannes Androsch

Internationale Suche nach Mitarbeiter*innen

Für die Umsetzung der Pläne wird qualifiziertes Fachpersonal gesucht – Ingenieur*innen aus verschiedensten Disziplinen. Da sich die inländische Rekrutierung schwierig bzw. bis 2025 nicht möglich erscheint fordert der Konzern Rahmenbedingungen für ein attraktives Arbeitsumfeld für Menschen aus aller Welt, die effizient integriert werden sollen: Internationale Kindergärten, Schulen und Wohneinheiten mit internationalem Standard. Außerdem brauche es leistungsfähige und sichere Energieversorgung. Die steirische ÖVP-Wirtschaftslandesrätin, Barbara Eibinger-Miedl, sichert am Freitag bei der Pressekonferenz die Unterstützung des Landes zu. „Wir sind eine Hochtechnologie-Region“.

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Armin Nadjafkhani

Redakteur bei der futurezone seit Oktober 2021 Interessiere mich für Wissenschaft, Technologie und Medien, aber auch für Hiphop und Filmwerke.

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