© Bundeswehr/Dirk Bannert

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Bundeswehr: 39 Jahre alte Funkgeräte für 600 Millionen Euro nachgebaut

Die deutsche Bundewehr möchte Tausende Funkgeräte aus dem Jahr 1982 nachbauen lassen. Und das zum stolzen Preis von 600 Millionen Euro.

Wie das Magazin der SPIEGEL berichtet, hatte ein Beschaffungsamt der Bundeswehr mit dem staatlich kontrollierten französischen Rüstungskonzern Thales im Sommer einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen.

Der Grund: Der Umstieg auf digitale Funkgeräte-Nachfolger hatte sich in der Vergangenheit immer wieder verzögert. Daher will die Bundeswehr das Retroequipment nun erst einmal nachbauen lassen, anstatt auf ein komplett neues System umzustellen - was teurer wäre und vermutlich länger dauern würde.

Bundeswehr setzt auf Retro-Technologie

Thales hatte zuletzt Teile der deutschen Firma Standard Elektrik Lorenz AG aufgekauft, die in den 1980er Jahren die Standardfunkgeräte „SEM 80/90“ für die Bundeswehr entwickelt und hergestellt hat. Bis heute sind die Uralt-Funkgeräte in einem Großteil der Bundeswehrfahrzeuge verbaut. Bilder des Funkgeräts findet ihr auf dieser Website.

Laut Vertrag soll Thales in den kommenden Jahren den Prototypen eines neuen Funkgeräts produzieren, das dem SEM 80/90 ähnelt. Es soll die gleichen Anschlüsse und Größendimensionen haben. Das habe den Vorteil, dass die Geräte ohne Probleme in alle Fahrzeuge der Bundeswehr eingebaut werden können.

20.000 Euro pro Stück

Thales kassiert für seine rund 30.000 Funkgeräte mit 80er-Jahre-Technik satte 20.000 Euro pro Stück. Die bestellten Geräte will die Bundeswehr bis zum Jahr 2035 in ihren Fahrzeugen verbauen.

Dass die neuen Geräte 1:1 den alten Modellen entsprechen und damit auch die gleiche Leistung aufweisen, hätte laut SPIEGEL damit zu tun, dass der Rüstungskonzern langwierige Ausschreibungen umgehen will.

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