NIEDERÖSTERREICH: ERÖFFNUNG "AMAZON VERTEILZENTRUM" IN GROSSEBERSDORF

© APA/HANS KLAUS TECHT / HANS KLAUS TECHT

Digital Life

Amazon Österreich sucht Soldaten für Logistikzentrum

Die Arbeitsbedingungen in Amazons Logistikzentren sind seit Jahren im Gerede. Auch im Zusammenhang mit dem Verteilzentrum im niederösterreichischen Großebersdorf sprachen ehemalige Mitarbeiter bereits von "Überwachung", "Disziplinierungsmaßnahmen" und "erniedrigenden Vorschriften" (die futurezone berichtete).

Wer sich dabei an den Militärdienst erinnert fühlt, liegt nicht falsch. Das zeigt auch ein Amazon-Jobangebot, auf das der Datenforscher Wolfie Christl auf Twitter aufmerksam machte:

In der von Amazon veröffentlichten Jobanzeige wird ein Bereichsleisleiter Logistik mit "militärischem Hintergrund" für das niederösterreichische Logistzentrum gesucht.

"Wertvolle Erfahrungen"

Dabei richtet man sich gezielt an Zeitsoldatinnen und -soldaten, um auf ihre "wertvollen Erfahrungen" zugreifen zu können. Sie sollen als "rechte Hand" des Standortleiters die "Optimierung der Logistikprozesse" stetig vorantreiben, heißt es etwa. Zu den Aufgaben zählen auch die Überwachung der Logistik und Lieferungen, einschließlich der Meldung von "Auffälligkeiten", wie es in dem Jobangebot heißt.

Verlangt wird ein Bachelorabschluss, vorzugsweise im Bereich Logistik, BWL, VWL oder ähnliche Qualifikationen und Erfahrung in der Teamleitung sowie die Bereitschaft in akuten Fällen in der Nachtschicht zu unterstützen.

Dafür winken der/dem künftigen Amazon-Bereichsleiter*in ein Jahresgehalt von mindestens 35.000 Euro brutto sowie ein nicht näher ausgeführtes Aktienpaket.

"Military Recruiting"

Ähnliche Stellenangebote, die sich explizit an Militärangehörige wenden, schaltet Amazon auch in anderen Ländern, etwa in Deutschland. Gegenüber dem Spiegel wurde das damit begründet, dass es in der Bundeswehr viele Fach- und Führungskräfte mit Logistikerfahrung gebe. Im EMEA-Wirtschaftsraum (Europa, Naher Osten und Afrika) werden derzeit für 560 Jobs Militärangehörige gesucht.

In der USA werden Militärangehörige noch offensiver umgarnt. Auf der Amazon-Website heißt es im Bereich "Military Recruiting":  Tausende Veteranen und frühere Militärangehörige würden bei dem Konzern bereits "Innovationen vorantreiben und die Messlatte für das Kundenerlebnis höher legen."

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