Weniger Warenkorbabbrüche dank Browser-Anrufe: Mit einem Klick zur Service-Hotline. Credits: zorandim75 - stock.adobe.com

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B2B
02/13/2020

Cybersecurity-Hotline als Ersthilfe für österreichische Unternehmen

Wenn ein Unternehmen von einem Cyberangriff betroffen ist, kann es sich an eine eigene Hotline der WKO wenden.

von Barbara Wimmer

Die Wirtschaftskammer (WKO) bietet ihren Mitgliedern eine Cybersecurity-Hotline. Diese ist 7 Tage die Woche, von 0 bis 24 Uhr, verfügbar. Wenn ein Unternehmen Opfer einer Cyberattacke oder von Verschlüsselungstrojanern wurde, kann es das Callcenter unter 0800 888 133 anrufen. Betroffene erhalten eine rasche telefonische Erstinformation und Notfallhilfe. Erstellt werden aber weder technische Ferndiagnosen, noch rechtliche Hilfestellungen oder Fragen zur Prävention.

„Bei dieser Hilfestellung geht es meistens darum, die Ausbreitung des Problems zu verhindern“, sagt Martin Puaschitz, IT-Experte und Obmann der Fachgruppe UBIT an der Wirtschaftskammer Wien, im Gespräch mit der futurezone.

Ersthilfe mit Ansprechpartnern

Die Hotline gibt es seit Mitte 2017. „Bisher wird die Hotline gut angenommen. Die Anzahl der Unternehmen, die sie genutzt haben, liegt im höheren, dreistelligen Bereich“, sagt Puaschitz. Bei komplexeren Fragestellungen und für eine weitergehende Hilfeleistung stellt die WKO auf Wunsch auch Kontakt zu einem IT-Security-Unternehmen mit Spezial-Know-How her. Das Erstgespräch ist kostenlos.

Am öftesten wird die Hotline laut Puaschitz übrigens angerufen, weil Firmenrechner mit Erpressersoftware verschlüsselt worden sind. „Hier lauten die Erste-Hilfe-Maßnahmen: Backup abstecken und den Computer abschalten“, erklärt der IT-Experte.

Er empfiehlt auf jeden Fall Spezialisten hinzuzuziehen. „Wenn ein Auto einen Schaden hat, schraubt man auch nicht selbst daran herum. Es gibt Experten, die das können. Gerade im IT-Bereich sagen viele Unternehmen oft, dass sie keine Spezialisten brauchen.“

Oft steige nach einem Cybervorfall das Bewusstsein für derartige Probleme und dann werde „vieles möglich, das vorher nicht möglich gewesen wäre“, so der Experte. Es sei „typisch österreichisch“, dass immer erst dann gehandelt werde. Laut dem Cybersecurityexperten Avi Kravitz gibt es hier ein „Zeitfenster von 3 Monaten“, in dem die Unternehmen offen seien, um weitere Maßnahmen zum besseren Schutz der Systeme zu treffen.

Cyberversicherungen

Doch sollen Unternehmen auch Cyberversicherungen abschließen? "Es gibt keine Verpflichtung, eine zu haben. Gegenfrage: Soll ich eine Vollkasko-Versicherung bei einem Auto abschließen? Das kommt auf die Fahrweise an. Genauso ist es auch bei einer Cyberversicherung", sagt Puaschitz.

Kravitz ergänzt: "Cyberversicherungen versichern Symptome und keine Krankheiten. Da habe ich das Thema, dass das Symptom wo anders wieder aufpoppt, weil die Krankheit nicht behoben ist. Deswegen habe ich meine Zweifel, dass solche Versicherungen nachhaltig funktionieren. Im Mix mit gesunden Maßnahmen ist es aber ein guter Schritt."

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