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Elon Musk zu Mitarbeitern: “SpaceX droht der Bankrott”

Elon Musk hat bekanntlich große Pläne für SpaceX und dessen Raumfahrzeug Starship. Zunächst soll es Menschen im Rahmen des Artemis-Programms auf die Oberfläche des Mondes bringen, dann die Menschheit zum Mars bringen. Doch bevor das überhaupt möglich ist, muss SpaceX alle bestehenden Produktionsprobleme des Raptor-Triebwerks lösen.

Die Schwierigkeiten mit den Methan-Triebwerken mit gestufter Vollstromverbrennung haben sich scheinbar noch verschärft, wie eine E-Mail des Milliardärs zeigt, die Space Explored vorliegt. Demnach ist die Krise um die Raptor-Produktion „viel schlimmer, als es noch vor ein paar Wochen schien“. Das soll nach dem Ausscheiden des früheren Senior Managements aufgefallen sein.

Damit ist wohl Will Heltsley, der frühere SpaceX Senior Vice President of Propulsion, gemeint. Laut CNBC, hat er seine Stelle aufgrund von mangelnden Fortschritten aufgegeben. Zusätzlich haben der ehemalige SpaceX-Vizepräsident und der Senior Director für den Missions- und Startbetrieb, Lee Rosen und Rick Lim, das Unternehmen verlassen. Derzeit wird es von Jacob Mackenzie geleitet, der seit über 6 Jahren bei SpaceX tätig ist.

Drohender Bankrott

Mit den Worten: „Wir sind wirklich vom Bankrott bedroht, wenn wir es nicht schaffen im nächsten Jahr mindestens alle 2 Wochen einen Starship-Flug durchzuführen“, beendet der 50-jährige die E-Mail an seine Mitarbeiter*innen.

Zuvor bittet Musk um jede verfügbare Verstärkung: „Wenn ihr nicht gerade wichtige Familienangelegenheiten habt oder physisch nicht nach Hawthorne zurückkehren könnt, brauchen wir alle Kräfte, um uns von dem zu erholen, was offen gesagt eine Katastrophe ist.“ Ohne fliegende Starships gäbe es demnach keine Möglichkeit V2-Starlink-Satelliten ins All zu befördern. Die Falcon-Rakete habe weder das Volumen noch die Masse dafür.

Hinzu komme, dass die Produktion von Starlink-Empfangsgeräten auf mehrere Millionen Einheiten pro Jahr hochgefahren werde. „Ein enormer Kapitalaufwand“, der keinen Sinn hätte, da ohne V2-Satelliten in der Umlaufbahn, die Terminals nutzlos seien.

Allein bei den Starlink-Empfangsgeräten verlor das Unternehmen anfangs fast 1.000 Dollar pro Kunde. Mittlerweile hat SpaceX die Preise gesenkt, um einen Kundenstamm für das Satelliten-Internet aufzubauen. Jedoch musste damit ein großer Verlust hingenommen werden. Darüber hinaus kommen Millionenbeträge pro Falcon-9-Start und die Betriebskosten der Satelliten in der Umlaufbahn dazu, welche sich laut Musk mit V2 und Starship verringern werden.

Große Erwartungen und Pläne

Das Unternehmen hat vor kurzem eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar überschritten, die Beta-Phase des Starlink-Programm beendet und arbeitet nach einem Rechtsstreit mit Blue Origin wieder mit der NASA zusammen, um die Artemis-Mission durchzuführen.

Starship ist ein entscheidender Faktor in der Zukunft von SpaceX. Der erfolgreiche Wechsel von Falcon 9 zu einer vollständig wiederverwendbaren Rakete wird es ermöglichen, noch mehr Nutzlasten zu niedrigeren Kosten zu starten. Das Unternehmen hat aber scheinbar noch einen weiten Weg vor sich, bis es einen erfolgreichen Orbital-Test, geschweige denn einen soliden Produktionsplan, für Starship hat.

Der Verkauf der Tesla-Aktien und seine Haltung zu den Steuerplänen der US-Regierung, wonach sie die Besiedelung des Marsplaneten gefährden, deuten darauf hin, dass Musk SpaceX persönlich finanzieren möchte, um etwaige finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens zu beheben.

Keine Zeit für die Familie

Die E-Mail wurde am Thanksgiving-Wochenende versendet. Ein Feiertag, den Menschen aus den Vereinigten Staaten traditionell mit der Familie verbringen. Musk, der für seine Arbeitsmoral und seine Weigerung Urlaub zu nehmen bekannt ist, wird laut eigener Angabe auch darauf verzichten. Er werde demnach die ganze Nacht und das ganze Wochenende über an der Raptor-Leitung arbeiten.

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