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B2B
07/20/2020

Bezahlen mit Karte boomt seit Corona

Noch nie wurde so viel bargeldlos gezahlt. Erste Bank und Sparkassen bringen nun eine Debitkarte in völlig neuer Form.

von Martin Stepanek

Österreich galt zusammen mit Deutschland lange als Bastion für Bargeld. Sowohl die Bevölkerung, als auch Unternehmen und Restaurants entdeckten ihre Liebe zum Zahlen mit Karte vergleichbar spät - gerade im Vergleich zu skandinavischen oder osteuropäischen Ländern. Auch am Beginn der Corona-Krise kam es zu langen Schlangen vor Bankomaten. Doch der Run aufs Bargeld währte nur kurz. In vielen Geschäften, aber auch bei Lieferservices hieß es als Corona-Vorsichtsmaßnahme bald: "Bitte mit Karte zahlen".

Massiver Schub durch Corona

"Corona hat zu einem Schub beim Bezahlen mit Karte geführt, mit dem wir eigentlich erst in einem bis drei Jahren gerechnet hatten", bestätigt Ertan Piskin, Leiter des Kartengeschäfts bei der Erste Bank, im Gespräch mit der futurezone. Die Anzahl der Transaktionen seien im Vergleich zu vor der Corona-Krise um 15 bis 20 Prozent gestiegen.

Während hohe Beträge über 150 Euro schon bisher zu 80 Prozent mit Karte bezahlt wurden, komme diese laut Piskin nun auch bei Kleinstbeträgen zum Einsatz. Auch die Anhebung des Bezahllimits ohne PIN-Eingabe auf 50 Euro habe bei der Akzeptanz von Kartenzahlungen in den vergangenen Monaten enorm geholfen.

Apple Pay pusht Bezahlen mit Android

Enorme Steigerungen gibt es auch beim Bezahlen mit dem Smartphone. "Die Popularität von Apple Pay und unsere Marketingmaßnahmen zum Start in Österreich haben interessanterweise auch die Nutzerzahlen beim Bezahlen mit Android in die Höhe schnellen lassen. Aktuell haben wir 300.000 Kunden, die im Schnitt jeden zweiten Tag eine Bezahlung mit dem Handy leisten. Auch hier hat Corona das Nutzungsverhalten noch einmal klar intensiviert", sagt Piskin.

Den guten Schwung will die Erste mit einigen neuen Ideen und Produkten nutzen. So will die Bank in ihren Filialen künftig Kontoeröffnungen in Expresszeit anbieten. "Der gesamte Prozess dauert nur acht Minuten. Danach verfügen Kunden nicht nur über ein voll funktionsfähiges Konto mit George, sondern bekommen neben ihrer digitalen Karte am Handy auch eine physische Debitkarte ausgehändigt, die sofort einsatzbereit ist", erklärt Piskin.

Damit wolle man selbst Fintechs schlagen, bei denen das Zusenden der Karte drei Tage bis drei Wochen dauere. Die Kontoeröffnung könne alternativ aber auch online in den 8 Minuten erfolgen.

Debitkarte im Hochformat

Für die physische Bankomatkarte, die unter dem Namen "Debit to go" vermarktet wird, hat sich die Bank etwas Neues einfallen lassen. Sie ist nämlich im Hoch- statt im Querformat gestaltet. Damit die Karte so schnell ausgegeben werden kann, stehen weder Name noch Kontonummer auf der Karte. Sie wird vor Ort dem Kunden bzw. dem gerade eröffneten Konto zugewiesen.

Pilotiert wird das Produkt gerade in sechs Erste-Filialen (Mariahilf, Floridsdorf, Wien-Mitte, Erzherzog-Karl-Straße, Mattersburg und Eisenstadt). Ab Oktober ist die Karte österreichweit in jeder Erste Bank und Sparkasse erhältlich.

Ebenfalls pilotiert wurde eine Karte aus hochwertigem Metall. "Angesichts des Trends, dass sich alles zunehmend digital abspielt, ist es bemerkenswert, wie wichtig Kunden das Design und das haptische Erlebnis einer physischen Karte ist. Es wirkt fast so, als ob da eine kleine Gegenbewegung zur digitalen Welt stattfindet", sagt Piskin.

Kein Ende des Bargelds

Das von manchen befürchtete Ende des Bargelds sieht der Kartenexperte auch durch den jüngsten Trend nicht eingeläutet. Wie bisher wolle man Kunden die absolute Wahlfreiheit und die bestmögliche Option für jeweilige Bezahlsituationen bieten.

"Bargeld wird immer seine Berechtigung haben und natürlich kann es in einer Extremsituation wie während der strengen Corona-Maßnahmen nicht schaden, ein bisschen Bargeld zuhause zu haben. Gerade die vergangenen Wochen haben aber gezeigt, dass das Bezahlen mit Karte problemlos funktioniert, bequem und sicher ist", sagt Piskin.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen. Die redaktionelle Verantwortung obliegt der futurezone-Redaktion.

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