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DLD 2015 Fünf Lehren für die Tech-Zukunft .

Konferenz Digital Life Design (DLD)
Konferenz Digital Life Design (DLD) - Foto: DLD, Hubert Burda Media
"Die digitale Revolution ist erst am Anfang": Bei der Konferenz Digital Life Design (DLD) in München wurden die Trends der Technikwelt erörtert.

Bei der Konferenz Digital Life Design (DLD) versammelten sich in den vergangenen Tagen die Reichen und Schönen der Techwelt in München. Stars der Branche, Investoren und aufstrebende Start-ups, darunter Uber-Chef Travis Kalanick, Investor Ben Horowitz, David Marcus von Facebook und LinkedIn-Gründer Reid Hoffman präsentierten ihre Ideen und erörterten die Trends der Zukunft.

Die digitale Revolution stehe erst am Anfang, sagte DLD-Macherin Stephanie Czerny zum Auftakt der Konferenz. "Was wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, war nur das Vorspiel." Der Trend zur mobilen Kommunikation, drahtlose Bezahlmethoden und das Internet der Dinge kamen ebenso zur Sprache wie Carsharing und selbstfahrende Autos. Fünf Punkte sorgten bei der dreitägigen Konferenz besonders für Diskussionen.

1. Maschinen kosten Arbeitsplätze

"Wir sind gerade dabei Technik zu bauen, die für uns die Arbeit übernimmt", sagte der Investor Joe Schoendorf von Accel Partners: "Wir können profitable Geschäfte ohne menschliche Arbeit machen." Es sei ein Mythos zu glauben, dass industrielle Arbeit wieder nach Europa oder in die USA zurückkomme. "Die Industrie kommt zurück, die Arbeit übernehmen die Maschinen", sagte der Risikokapitalgeber. Die große Frage aber sei: "Was machen wir mit all den Leuten, deren Jobs wir ersetzen?"

2. Programmieren lernen

Eine mögliche Antwort darauf lieferte der auch für digitale Agenden zuständige britische Kulturminister Ed Vazey. Großbritannien verankerte im vergangenen Jahr das Programmieren in den Lehrplänen. Das bedurfte zwar des Zuredens von Techgrößen wie Google-Chef Eric Schmidt, weist aber zumindest für die nächste Generation den Weg. "Programmieren gehört schon zu Schulbeginn in den Lehrplan", sagte Investor Schoendorf: "In Zukunft wird sich alles darum drehen."

3. Einheitlicher europäischer Markt

"Wir brauchen mehr Europa", sagte der Timotheus Höttges, Chef der Deutschen Telekom. Mit mehr als 500 Millionen Kunden sei der europäische Markt eine Größe, der auch China und den USA die Stirn bieten könne. Notwendig seien jedoch einheitliche Regeln, vor allem für den Infrastrukturausbau und den Datenschutz. Die EU-Datenschutzerverordnung, die gerade im EU-Rat verhandelt werde, sei die wichtigste Weichenstellung der nächsten Jahre, meinte Vazey. "Wir müssen ein hohes Datenschutzniveau aufrechterhalten und sicherstellen, dass Innovationen möglich sind, sagte die französische Digitalministerin Axelle Lemair. EU-Digitalkommissar Günther Oettinger kündigte an, bis Mai ein Konzept für einen einheitlichen europäischen Digitalmarkt vorlegen zu wollen: "Wir müssen die Digitalpolitik europäisieren."

4. Messaging boomt

"Messaging wird explodieren", sagte Henry Blodget, der Ende der 90er Jahre ein Staranalyst war und heute den US-Branchendienst "Business Insider" betreibt. "Zwölfjährige brauchen Telefonnumern nur noch, um Nachrichten zu versenden", sagte Blodget. "Die Zeit ist reif für diese Art der Kommunikation", meinte Stewart Butterfield, der einst den Foto-Sharing-Dienst Flickr gründete und heute den auf firmeninterne Kommunikation spezialisierte Messaging-Service Slack betreibt. Das Start-up wird mit rund einer Milliarde Dollar bewertet. "Wir unterschätzen die Auswirkungen, die mobile Kommunikation bietet", meinte Butterfield: "Telefone sind wie Telepathie, wir können mit jedem auf dem Planeten kommunizieren." Auch Facebook werde seinen Messenger künftig verstärkt Unternehmen zur internen und externen Kommunikation anbieten, kündigte der bei dem Online-Netzwerk für die Chat-App zuständige Manager David Marcus an.

5. Wir werden weiter überwacht

Wenn es um Behördenzugriffe und Geheimdienstüberwachung geht, werden die Vertreter großer US-Unternehmen kleinlaut, verlieren sich in Standardfloskeln oder berufen sich auf Schweigeverpflichtungen. Die Pläne des britischen Premierministers David Cameron, Verschlüsselung zu verbieten, wollten Vertreter von Facebook und Dropbox nicht kommentieren. Man kann also davon ausgehen, dass sich an den Praktiken der Geheimdienste, auch nach den Enthüllungen über die Internet-Überwachung durch Edward Snowden, wenig geändert hat und im Falle verschlüsselter Kommunikation die Schlüssel anstandslos ausgehändigt werden oder Hintertüren offen bleiben. Wir werden also weiter überwacht.

Technische Entwicklungen hätten auch ihre Schattenseiten, meinte Star-Investor Ben Horowitz bereits zum Auftakt der Konferenz. "Jetzt geht es darum, den Wandel zu gestalten und das Beste für die Gesellschaft daraus zu machen."

(futurezone) Erstellt am 20.01.2015, 16:27

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