B2B
16.10.2018

Handyhersteller müssen für Verwendung von Google-Apps bezahlen

Für Smartphones, die in Europa verkauft werden, verlangt Google ab 29. Oktober Lizenzgebühren für seine Apps.

Google wird für Smartphones, die in Europa verkauft werden, ab dem 29. Oktober von den Herstellern Lizenzgebühren für die Verwendung seines App Stores "Google Play" und einiger seiner Apps verlangen, wie die New York Times berichtet. Lizenzgebühren werden unter anderem für Gmail, YouTube und Google Maps fällig, eine Liste der kostenpflichtigen Programme hat Google aber noch nicht veröffentlicht. Den Hardwareproduzenten steht es dann auch frei, alternative Android-Versionen mit Google-Apps zu verwenden. Google will ein Lizenzpaket für den Play Store, Gmail, YouTube und Maps anbieten. Ein anderes Paket soll nur die Suche und den Chrome-Browser enthalten.

Mit diesen Schritten reagiert Google auf ein Urteil und eine Wettbewerbsstrafe in Höhe von fünf Milliarden Dollar durch die EU-Kommission. Diese hatte im Urteil, das im Juli gefällt wurde, festgestellt, dass Google seine Marktmacht bei mobilen Betriebssystemen missbraucht. Google hat Berufung gegen das Urteil eingelegt, bekam allerdings eine Frist von 90 Tagen auferlegt, um die beanstandeten Punkte zu beheben. Wenn der Berufung stattgegeben wird, könnte auch das Lizenzgebührenmodell wieder abgeschafft werden. Der Gerichtsstreit könnte allerdings noch Jahre dauern.

Strafzahlung

Google hat am Dienstag angekündigt, dass die Lizenzgebühren den Gewinnentgang durch die Strafzahlung an die EU aufwiegen sollen. Wie hoch die Gebühren sein werden, ist aber noch unklar. "Da die Vorinstallation der Google-Suche und des Chrome-Browsers mit unseren anderen Apps es uns ermöglicht hat, die Entwicklung und kostenlose Verbreitung von Android zu finanzieren, werden wir ein neues Bezahl-Lizenzsystem für Smartphones und Tablets einrichten, die in den Europäischen Wirtschaftsraum geliefert werden", sagt Hiroshi Lockheimer, der bei Google für Plattformen und Ökosysteme verantwortlich ist. Der Europäische Wirtschaftsraum besteht aus den 28 EU-Mitgliedern plus Island, Liechtenstein und Norwegen.

Hersteller, die bereit sind, die Gebühren für den Play Store, YouTube, Gmail und Maps zu bezahlen, dürfen ohne zusätzliche Kosten auch die Google-Suche und den Chrome-Browser installieren. Das neue Modell soll ab dem 29. Oktober für alle neuen Smartphones und Tablets gelten, die im Europäischen Wirtschaftsraum verkauft werden. Die in Europa erfolgreichsten Android-Smartphone-Anbieter Samsung und Huawei haben sich bisher noch nicht zu Googles Entscheidung geäußert.